Neuer Job für Edmund Müller
Ex-Chef von Joanneum Research und Grazer SPÖ leitet das Schulungszentrum Fohnsdorf. Am Mittwoch hat ihn der Aufsichtsrat einstimmig bestellt.

Foto © Kanizaj Edmund Müller zieht es beruflich in die Obersteiermark
Edmund Müller ist neuer Chef des Schulungszentrums Fohnsdorf (SZF). Am Mittwoch hat ihn der Aufsichtsrat einstimmig bestellt. Der 56-Jährige war im Vorjahr durch sein unglückliches und nur wenige Monate dauerndes Engagement als Grazer SPÖ-Chef in den Schlagzeilen.
Dass er in Fohnsdorf einen "Versorgungsjob" bekommen hat, weist SZF-Aufsichtsratschef Heinz Gradwohl zurück: "Edmund Müller muss aufgrund seiner hervorragenden Qualifikation nicht versorgt werden, er hat sich nach einem mehrwöchigen Auswahlverfahren unter 98 Bewerbern klar durchgesetzt." Finanziert wird das Schulungszentrum vom AMS, dessen Steiermark-Chef Karl-Heinz Snobe ins Lob einstimmt: "Müller erfüllt alle Voraussetzungen perfekt."
Vor seinem Polit-Engagement in Graz war Edmund Müller rund 14 Jahre kaufmännischer Geschäftsführer von Joanneum Research und hatte als solcher über die Parteigrenzen Anerkennung. Der studierte Betriebswirt selbst meint: "Ich habe nach dem Rückzug als SPÖ-Chef auf einen Stadtratsposten verzichtet, weil ich wieder in jenen Bereich wollte, in dem ich bei Joanneum Research gearbeitet hatte." Auch dort sei es wie im Schulungszentrum um Höherqualifizierung von Menschen gegangen. Bei Joanneum Research war Müller Chef von 435 Mitarbeitern, in Fohnsdorf sind es 173. Seinen mit jährlich rund 85.000 Euro brutto dotierten Job tritt er am 20. August an.
Der Geschäftsführer-Posten wurde frei, da der frühere Chef massiver Kritik ausgesetzt war und im März seine Funktion niederlegte. Es ging um schlechten Umgang mit Mitarbeitern und Missbrauch von Fördergeldern. Übrig blieben allerdings nur kleine Beträge, die der Ex-Chef zurückgezahlt hat. Auch Kriminalisten haben ermittelt, Insider gehen aber nicht davon aus, dass die Staatsanwaltschaft Leoben Anklage erhebt.








