"Brauchen jeden Cent"
Grüne wollen Verkauf der Gemeindewohnungen zustimmen, aber nicht Steigbügelhalter sein. Auch Therme solle verkauft werden.
Was die Grünen auf keinen Fall wollen: eine Schließung der Therme Fohnsdorf. Weil die Kosten der Vergangenheit, sie bleiben. Gestern legte man einen drei Vorschläge umfassenden Sanierungsplan vor: Veräußerung an einen Investor, Kooperation mit diversen Sozialversicherungsträgern, oder - am unwahrscheinlichsten - eine regionale Lösung mit auch auf andere Gemeinden verteilter Finanzlast.
"Unser Eindruck: Man agiert nicht wirklich", so Obersteiermark-Sprecher Lambert Schönleitner, Gemeinderat Gerhard Handl will "rechtzeitig wachrütteln". Und zwar alle Fraktionen. Schließlich liegt für Kommissär wie Bundesrechnungshof auf der Hand: eine Stabilisierung der Therme funktioniert nur mit klarem und raschem Sanierungskonzept. Wobei sich die Grünen laut Handl mit Bürgermeister Johann Straners Liste klimatologisch vertragen, Gräben sich eher zwischen Liste Hans und ÖVP auftun: "Die sind tief und unaufgearbeitet, da ist ein schnelles Herumreißen des Ruders mühsam."
Was den geplanten Verkauf der Gemeindewohnungen betrifft, gilt die Ennstaler Wohnungsgenossenschaft derzeit als Bestbieter. Mietbieter ist die Stadt Judenburg, genauer ihre neu gegründete Immobiliengesellschaft namens "JuSi". Sollte diese Gesellschaft noch etwas drauflegen, müsste Bürgermeister Straner "wohl über seinen Schatten springen": "Wir brauchen jeden Cent und sind nicht in der Lage, Wunschkonzert zu spielen", mahnt Gerhard Handl, wissend, dass Eitelkeiten mitschwingen, er dem Bürgermeister aber nicht absprechen will, "das Beste" herausholen zu wollen. Für den Wohnungsverkauf ist eine Zweidrittelmehrheit notwendig, dafür braucht die Liste Hans wiederum zwei Stimmen der Opposition. Die Grünen haben im Gegensatz zu den anderen Oppositionsparteien Zustimmung signalisiert.
Abgeordneter Lambert Schönleitner verwehrt sich allerdings dagegen, dass seine Fohnsdorfer Kollegen Steigbügelhalter für Bürgermeister Johann Straner seien. Die Einnahmen aus dem Verkauf seien für den Ort notwendig: "Wir wollen weder für Straner noch für den Pleitegeier Steigbügelhalter sein."








