Bürgermeister Straner tritt als Thermenchef zurück
Heute behandelt der Landtag in einer Sondersitzung die Causa Fohnsdorf. Der Prüfbericht des Landes ortet auch abseits der Therme jede Menge Probleme. Straner legt sein Amt als Thermengeschäftsführer nieder.

Foto © Jürgen FuchsFohnsdorfer Bürgermeister Straner
Die Therme lässt sich nicht gewinnbringend führen. Hat sich die Gemeinde finanziell überhoben?
JOHANN STRANER: Nein, wir werden heuer trotz der Negativ-Propaganda, die uns extrem schadet, 145.000 Besucher haben. Damit verdienen wir die laufenden Kosten. Lediglich die Kredite können wir nicht zurückzahlen.
Ihre Thermen-Studie ging einst von 300.000 Besuchern jährlich aus. Nun benötigen Sie pro Jahr eine Million vom Steuerzahler.
STRANER: Die 300.000 beziehen sich auf das vierte Betriebsjahr, wir sind erst im zweiten. Mit einem Hotel wäre das leichter. Derzeit laufen Gespräche mit Investoren, wir hoffen auf einen Baubeginn im kommenden Frühjahr. Es stimmt auch nicht, dass eine Insolvenz der Thermen-Mutterfirma KWM droht. Ich habe ein Gutachten in Händen, wonach es keine Haftungen der KWM für die Thermengesellschaft gibt.
Der Prüfbericht des Landes kritisiert, dass Sie zugleich Bürgermeister und Thermen-Geschäftsführer sind.
STRANER: Ich habe den Geschäftsführer ehrenamtlich gemacht. Meine Funktion war nur, die Kontakte zu den Förderstellen herzustellen. Aber ich trete hiermit von diesem Amt zurück. Die Stelle wurde mit gestrigem Tag neu ausgeschrieben, im Jänner sondieren wir Kandidaten. Es soll künftig auch einen professionell besetzten Aufsichtsrat geben.
Den Leiharbeitsvertrag mit den ÖBB haben Sie selbst verhandelt.
STRANER: Ich bekam diesen Vertrag von den ÖBB zugeschickt und habe ihn unterschrieben. Das war ein Fehler, da gibt es nichts zu rütteln. Das hätte der Vizebürgermeister tun müssen.
Generell soll es jede Menge Schlamperei bei Akten und Verbuchungen geben...
STRANER: Ich bestreite nicht, dass es formelle Fehler gab, und die werden abgestellt. Aber es gab zehntausende Buchungen. Viele Akten und Verträge wurden ausdrücklich von der Aufsichtsbehörde genehmigt. Woher hätte ich wissen sollen, dass das nicht stimmt? Absichtlich habe ich nie etwas falsch gemacht, ich habe mich auch nie bereichert. Die Grundlinie, Fohnsdorf zu modernisieren, war absolut richtig.
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Der Fall Fohnsdorf
Im Juli beauftragte LH Franz Voves die Gemeindeaufsicht mit der Prüfung von Fohnsdorf. Nun listet ein 127 Seiten starker Bericht zahlreiche Mängel auf, die Therme stehe vor der Insolvenz.
Der Bürgermeister hat ein Gegengutachten eingeholt, wonach zumindest der Muttergesellschaft KWM kein Schaden drohe. Er gesteht Fehler ein, verteidigt aber die Therme.









