Brückenbauer zu ehemaligen Kriegsgegnern
Peter Rieser arbeitet seit Jahren für das Gedenken an gefallene Soldaten. Nun wird ihm international gedankt.
Sein Großvater kehrte im Ersten Weltkrieg schwer verwundet vom Monte Grappa zurück, dieser Tage steht Peter Rieser (57) selbst auf dem Berg in Venetien, wo ein Monument an die rund 25.000 Gefallenen der Piave-Schlachten erinnert. Und vor rund 40.000 italienischen Zuhörern - den Kriegsfeinden von damals - spricht er über den Frieden im Europa von heute.
Gastredner. "Ja, das ist sicher der Höhepunkt meiner bisherigen Laufbahn", ist der Bergbauernsohn aus Amering und nunmehrige VP-Landtagsabgeordnete stolz. In seiner Funktion als Landesgeschäftsführer des Schwarzen Kreuzes/Kriegsgräberfürsorge wurde Peter Rieser heuer zum 81. internationalen Alpini-Treffen als einziger ausländischer Gastredner eingeladen. Die Alpini gelten als die älteste Gebirgsjägertruppe der Welt, tief in der Tradition verwurzelt, zu deren Treffen Zehntausende ehemalige Soldaten und ihre Nachkommen aus der ganzen Welt anreisen.
Forschung. Nicht nur in Norditalien genießt Rieser, der auch Präsident des steirischen Kameradschaftsbundes ist, unter Soldaten und Veteranen ein hohes Ansehen. Vor allem in Russland, wo er zusammen mit dem Grazer Ludwig-Boltzmann-Institut die Schicksale von Kriegsgefangenen erforscht, ist der Obersteirer ein gern gesehener Gast. "Ich habe nie Geschichte studiert, mir alles durch Bücher angeeignet. Nur zwei Semester Russisch habe ich gelernt", schmunzelt er.
Kontakte. Und so gelang es ihm, im tiefsten Sibirien ganze Dörfer mit ehemaligen deutschen und österreichischen Gefangenen und deren Nachkommen aufzuspüren. Jetzt bedienen sich auch die südlichen Nachbarn der guten Kontakte Riesers, der sich als Italiens "Türöffner für Sibirien" sieht.
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Fakten
Peter Rieser, geboren 1950, von Beruf Bergbauer und Landesgeschäftsführer des Schwarzen Kreuzes, lebt in Amering bei Obdach. Er war Bürgermeister und Bundesrat, seit '98 Landtagsabgeordneter.








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