Murau: Neue Brauerei-Führung
Generationenwechsel bei der Generalversammlung der Brauerei Murau: Ehrenfried Illitsch geht, Wirte-Team bildet Vorstand.

Foto © Sonja HaiderIn den Bezirken Murau und Tamsweg werden 80 Prozent des Bierkonsums von Murauer abgedeckt
Die Verbundenheit zu ihrer Genossenschaft dokumentierten viele Mitglieder am Montag auf ihre Weise. Schon kurz nach neun Uhr früh standen auf den Tischen im Hotel Brauhaus in Murau etliche Seidl frisches Murauer Bier. Die richtige Stärkung für drei Stunden Generalversammlung, die bevorstanden.
Personalrochaden.
Die Zusammenkunft wurde mit Spannung erwartet. Schließlich standen große Personalrochaden an. So verabschiedete sich Ehrenfried Illitsch (82) nach 22 Jahren von der Spitze des Aufsichtsrates. Stolz hob er die Marktposition hervor: "Der allgemeine Bierkonsum sinkt, doch unsere Brauerei legt weiter zu. Eine positive Folge unserer Nischenpolitik, die für die gute Qualität auch einen guten Preis vorsieht." Er appellierte, diese Philosophie beizubehalten und die Rechtsform einer Genossenschaft beizubehalten. Illitsch wies auch auf die Führungsposition in der Umgebung der Brauerei hin: "In den Bezirken Murau und Tamsweg decken wir 80 Prozent des Bierkonsums ab."
Loyalität.
Seite an Seite mit Ehrenfried Illitsch kämpfte 22 Jahre lang Josef Lankmayer als Obmann des Vorstandes. Illitsch machte kein Hehl daraus, dass zwischen den beiden manchmal ein "rauer Spruch" geherrscht habe. Letztendlich habe man sich aber stets gegenseitig Loyalität erwiesen.
Ehrenring.
Josef Lankmayer überreichte seinem Weggefährten schließlich die höchste Auszeichnung des Unternehmens, den Ehrenring der Brauerei Murau.
Wechsel in den Aufsichtsrat.
Lankmayer selbst wechselt vom Vorstand in den Aufsichtsrat und wurde einstimmig zum Vorsitzenden bestellt, sein Stellvertreter ist Heinz Ferner. Zum neuen Obmann gewählt wurde Johann Lassacher, Chef des "Murtalerhofes" in Stadl. Der gesamte Vorstand setzt sich nun aus Wirten zusammen: Stellvertreter ist Peter Doppler vom Stofflerwirt in St. Michael im Lungau, die weiteren Vorstände sind Hermann Maier vom Gambswirt in Tamsweg und Klaus Auer vom Gasthof Hammerschmied in Ranten.
Heikle Anfrage.
Die Generalversammlung war von Harmonie, Dankesworten und wirtschaftlichen Erfolgsmeldungen geprägt (siehe Infobox unten). Schließlich dann doch noch ein Knistern im Saal. Zu Wort meldete sich Erna Bliem, die Frau von Geschäftsführer Helmuth Bliem, der als Geschäftsführer ausscheidet (wir berichteten). "Ist das nicht asoziale Härte, wenn man einem 55-Jährigen den Vertrag nicht mehr verlängert?", warf sie die Frage in den Raum. Illitsch und Lankmayer waren sich einig: Zeitlich begrenzte Verträge seien bei solchen Funktionen üblich, man könne dem Vorstand nicht vorwerfen, den Posten ausgeschrieben zu haben. Und Bliem habe sich nicht mehr beworben.
Auskunft.
Auf Anfrage eines Mitgliedes gab es dann Auskunft über den neuen Geschäftsführer: Er stehe schon fest und werde mit 1. Jänner beginnen. Namen wolle man keine verraten, weil er noch in einem Dienstverhältnis stehe.
Features
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Mitarbeiter
Die "1. Obermurtaler Brauereigenossenschaft" hat 508 Mitglieder. Die Brauerei beschäftigt derzeit 165 Mitarbeiter, im Jahr 2006 waren es noch 148.
Umsatz
Der Umsatz im Jahr 2006 war hoch wie nie zuvor: 28,5 Millionen Euro setzte die Brauerei um, ein Plus von 6,8 Prozent. Das EGT (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit) betrug konsolidiert, also inklusive der Tochtergesellschaften, 732.000 Euro - eine Verdoppelun gegenüber 2005.
Zahlen
Die Eigenkapitalquote der Brauerei ist mit 56 Prozent sehr hoch. Der Ausstoß betrug 2006 rund 285.000 Hektoliter; 2007 dürfte die 300.000er-Marke überschritten werden.













