Positive Asyl-Initiativen

Aus Fremden Freunde machen

Bei Schnitzel und Pommes werden in Fohnsdorf Vorurteile abgebaut. Ähnlich positive Initiativen gibt es in der ganzen Steiermark. Von Sarah Ruckhofer, Monika Schachner, Thomas Wieser und Wilfried Rombold

Kennenlernen der kulinarischen Art (rechts: W. Ortner) © Ruckhofer
 

Fohnsdorf: Wirt lädt Flüchtlingsfamilien zum Essen ein

Das Gasthaus Ortner in Fohnsdorf ist eine Institution. Am Stammtisch treffen sich die alteingesessenen Fohnsdorfer zum Meinungsaustausch. Über Gott, die Welt – und immer öfters auch über Asylwerber. „Man bekommt einiges an Gesprächen mit“, erzählt Inhaber Wolfgang Ortner. „Es gibt so viele Vorurteile. Da dachte ich mir, machen wir die Fremden doch zu Freunden.“ Der Wirt fackelt nicht lange und lädt kurzerhand eine syrische Flüchtlingsfamilie zum Mittagessen ein. Ganz unkompliziert.

Chadia und Mahmoud samt Kindern Hassan (8), Muhamad (7) und Ahmad (4) sowie Freund Abdulrazak sind erst seit Kurzem in Österreich. „Wir sind übers Meer geflohen“, erklärt Mutter Chadia. In ihrer Heimat war sie Französischprofessorin, ihr Mann Maler. In Österreich stehen sie vor dem Nichts. Umso mehr berührt sie die Einladung. Beim Essen kommen die Leute zusammen – das bewahrheitet sich bei Ortner. „Die Rückmeldungen der Gäste sind großartig“, zieht der Wirt Bilanz. Gemeinsame Mahlzeiten sollen bald wiederholt werden. Nicht aus Mitleid, „sondern weil wir viel voneinander lernen können“.

Helfen wollen auch jene steirischen Projekte, die wir hier vorstellen. Etwas Gutes tun, nicht nur zu Weihnachten.

Pfarrhöfe öffnen Türen

Bis März sollen es 600 Plätze sein.

privat
In der Welschen Kirche in Graz wohnen Syrier und ArmenierFoto © privat

Die meisten stammen aus Syrien, einige aus Somalia, Georgien und Armenien: 477 Plätze stellt die katholische Kirche Asylwerbern bereit – in Graz, Bruck, Markt Hartmannsdorf, Edelsbach, Tobelbad, Hatzendorf, Voitsberg, St. Margarethen bzw. Kirchberg an der Raab. Im Jänner kommen 50 Plätze dazu, im März sollen es 600 Plätze sein. „In der Steiermark gibt es in Bezug auf die Quartierplätze eine konstruktive Kooperation zwischen Kirche und der Politik“, so der Diözesane Integrationsbeauftragte Erich Hohl. MS

 

Wettmannstätten: Wlilkommens-Treffen

Bürgermeister empfing die Flüchtlinge.

Wettmannstätten. Der Ortschef begrüßte die „neuen Bürger“ Foto © Wieser

Ende Oktober war es, als im weststeirischen Wettmannstätten 20 Männer aus Syrien aus einem Bus stiegen. Gerechnet hatte man mit Familien, mit Frauen, Kindern. Ortschef Helmut Kriegl und seine Mitstreiter reagierten schnell: Er hieß die „neuen Bürger“ bei einem Treffen offiziell willkommen. Einige erzählten von ihren Schicksalen, dass sie bis zu zwei Jahre auf der Flucht gewesen seien. Es folgten Kleider- und Lebensmittelspenden und Einladungen zum Essen, Sprachkurse wurden organisiert. TW

 

Leibnitz: Punsch, Tee und Kekse

Religion spielte diesmal keine Rolle.

 

Pfarrerin Pratl-Zebinger lud ins evangelische Pfarrheim Foto © Rombold

In Leibnitz kümmern sich Privatpersonen wie Zouhir Helal, Eva Surma und Sandra Jakomini (Verein Freiraum) um 44 Asylwerber. In der Vorwoche bereitete die evangelische Gemeinde unter Pfarrerin Marianne Pratl-Zebinger den Flüchtlingen einen herzlichen Empfang im Pfarrheim. Bei Punsch, Tee und Weihnachtskeksen wurde auf die verschiedenen religiösen Hintergründe kurzfristig „vergessen“ und miteinander geplaudert. Frauen vom Migrantinnenverein „somm“ übersetzten dabei vom Arabischen ins Deutsche. WR

 

Judenburg: Erklären statt hetzen

Nach Kritik: Solidaraktion für Asylwerber.

Sie leisteten „Widerstand gegen den Widerstand“ Foto © Ruckhofer

Ab Jänner sollen 75 Flüchtlinge im Judenburger Schloss Liechtenstein unterkommen, in unmittelbarer Nähe eines Schulzentrums. Das sorgte vorab für heftige Proteste im Internet. Anfang Dezember formierte sich dann „Widerstand gegen den Widerstand“: Direktoren, Lehrer und Schüler der umliegenden Schulen riefen eine Solidaraktion für die Flüchtlinge ins Leben. Man will ein Willkommensfest veranstalten, Spenden sammeln und über die Hintergründe der Flucht aufklären. SR

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Danke für Ihr Verständnis.

Sa1234
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Integration

Wenn Sie im Land sind, muss man sie sinnvoll integrieren, ansonsten kann man nur die Grenzen "dicht" machen, was auf Grund der EU nicht gemacht werden darf.

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swabidu
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so ein Schweinsschnitzerl ist schon was Feines....

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zomgz
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könnt ja

kalb auch sein....

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stmk91
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Dann

hoffen wir mal, dass das nicht die Ruhe vor dem Sturm ist und dass sich die Situation in ihrer Heimat schnell beruhigt... "oh du großzügiges Österreich" sage ich nur dazu.

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vertico1
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seien Sie froh, dass Österreich ein Land der Großzügigkeit ist

und wir keine amerikanischen Verhältnisse haben.

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stmk91
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Sind wir Österreicher oder Amys?

Andere Länder andere Sitten - so ist das eben!
Ich bin sehr froh, dass ich Österreicherin bin, aber wer hilft unseren ärmeren Bürgern? Wenn du die Miete nicht bezahlen kannst, wenn du dein Darlehen nichtmehr tilgen kannst oder wenn du spezielle medizinische Unterstützung benötigst und es dir nicht leisten kannst springt der Staat bestimmt nicht für finanzielle Angelegenheiten ein! Würde meine Steuern lieber armen Österreichern spenden!!!

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vertico1
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eben, andere Länder andere Sitten

Und bei uns ist es eben Sitte, dass das Wohlergehen anderer uns nicht scheißegal ist! Und wer hilft unseren ärmeren Bürgern? Na die FPÖ sicher nicht. Es gibt immer tragische Einzelschicksale aber der Großteil geniest dennoch eine hervorragende soziale Absicherung in der eine medizinische Absicherung auch gegeben ist! Und wen haben wir das zu verdanken? Nicht Menschen, die ignorant an Ihr eigenes Wohl denken!!

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tschenifa
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wahre Vorbildöstrrreicher!

ich hoffe, diese bilden die Mehrheit in Österreich.

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