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Arbeitsunfälle stehen an der Tagesordung

Tödlicher Arbeitsunfall in Knittelfelder Käserei. Vergangene Woche die verheerende Explosion im Sprengstoffwerk - Arbeitsunfälle sind in der Steiermark an der Tagesordung.

 
Für den Käsergehilfen Gebhard H. aus Rachau (Bezirk Knittelfeld) kam jede Hilfe zu spät. Bei einem tragischen Arbeitsunfall in einer Käserei in Knittelfeld wurde der 54-jährige Familienvater am Montag früh von der tonnenschweren Druckplatte einer Topfenpresse erdrückt. Die Druckplatte steckte wegen eines Defektes fest, als ein Techniker gerade am Zylinder arbeitete, beugte sich der Steirer mit seinem Oberkörper über den darunter stehenden Behälter. Plötzlich löste sich die Druckplatte aus noch ungeklärter Ursache - Gebhard H. war auf der Stelle tot.

19.823 Unfälle. Tödliche Arbeitsunfälle wie dieser oder auch die verheerende Explosionskatastrophe in St. Lambrecht von vergangener Woche - zwei Arbeiter gelten noch immer als vermisst, für sie gibt es keine Hoffnung mehr - passieren in der Steiermark zum Glück relativ selten. Im Jahr 2007 kamen in unserem Bundesland 29 Menschen durch Arbeitsunfälle ums Leben. Zum Vergleich: Im Straßenverkehr starben 113 Menschen. Die Auva (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) verzeichnete im vergangenen Jahr in der Steiermark 19.823 Arbeitsunfälle (österreichweit waren es 115.543) - statistisch gesehen, passieren bei uns also Tag für Tag 54 Arbeitsunfälle.

Rückgang. Ganz schön viel, möchte man meinen. Aber: "Seit gut 20 Jahren verzeichnen wir bei Arbeitsunfällen einen kontinuierlichen Rückgang. Seit den 80er Jahren sind die Unfälle um gut ein Drittel zurückgegangen. Trotzdem ist unser Motto natürlich: Jeder Unfall ist einer zuviel", erklärt Rudolf Mayer, Landesdirektor der Auva für Steiermark und Kärnten. 2006 hatte es in der Steiermark noch 20.572 Arbeitsunfälle gegeben, somit konnte ein Rückgang um 3,6 Prozent erzielt werden.

Sicherheitsvorkehrungen. Diesen Erfolg führt man einerseits auf die gestiegenen Sicherheitsvorkehrungen, andererseits auf die intensive Aufklärungsarbeit des Unfallverhütungsdienstes der Auva zurück. Mit Präventionsprogrammen, TV-Spots und Vorträgen in Schulen versucht man dort anzusetzen, wo die Unfallhäufigkeit besonders groß ist - bei den jungen Arbeitnehmern. Die meisten Arbeitsunfälle passieren übrigens am Bau und bei der Metallverarbeitung.