Im Zirbenland Chaos, wohl organisiert
Zwischen Akkubohrer, Hirschgeweih und der Erkenntnis, "dass sie was hat, die Zirbe": Zirbenland-Ausstellung eröffnet heute Abend.

Foto © Bettina Oberrainer
Über Hirschgeweihe stolperte man gestern noch, die Feuerlöscher werden angeliefert, Bilder und Skulpturen regionaler Künstler warten auf ihren Platz. Dort muss flugs ein Akkubohrer her, da der Bodenschutz entfernt werden, und Verena Zemanek beruhigt über ihr fast ununterbrochen läutendes Telefon: "Ich kümmere mich darum..." Unglaublich, dass diese "Turbo-Baustelle" sich heute Abend wie aus dem Ei gepellt präsentieren wird - aber vermutlich wacht die geheimnisvolle Kraft der Zirbe auch über das wohl organisierte Chaos: Eröffnung von "Zirbenland & Zukunftsgeist", die groß angelegte Erlebnisausstellung im Holzinnovationszentrum Zeltweg, die von morgen bis Ende Oktober den Baum in ein kreatives Nest bettet.
Erlebnis.
Ein Erlebnis war die Schau bisher vor allem für die Organisatoren, besonders der Endspurt: Anfang März standen von der 600 Quadratmeter großen Halle erst die Säulen, zwei Wochen Zeit gab es zum Einräumen. Man würde es der unermüdlichen Ausstellungsleiterin Zemanek nicht verdenken, wenn sie zuweilen selbst in das Zirbenholzbett sinken wollte. Auf dessen Matratze gestern allerdings noch der Kunststoffschutz ruhte. Und so schmunzeln sie und Tischlereichefin Helga Rosenkranz hinter der Kopfstütze hervor.
Lodenlandschaft und Baumpuzzle, Holzmobile und Rätseltisch bedürfen ebenso noch des Feinschliffs. Am Tisch machen sich die "Baustellenchiefs" Doris Reiner und Elke Leitold zu schaffen, die auch durch die Schau führen werden. Bis dahin wird wohl Alexandra Strohmeier, zuständig für Innengestaltung und mit Galeristin Anneliese Köstenberger gerade dabei, ein paar Bilder zu ordnen, wieder "ein strahlendes Lächeln gelingen".
Design.
Männer? Gibt es auch. Dort, wo ab Juli die Design-Ausstellung des Zirbenwettbewerbes läuft, schafft einer an einer Werkbank, vor dem Gebäude geben sich etliche Mitarbeiter ausführender Firmen die Klinke in die Hand. Und heute Abend haben die Bürgermeister ihren Auftritt: "Ein starkes Zeichen, dass sich zehn Gemeinden an dem Projekt beteiligen", lobt Verena Zemanek. Sie hofft auf das Interesse der Besucher, die sehen sollen, "dass sich in der Region etwas tut".
Rekordhalter.
Die Musikwissenschafterin Zemanek selbst hat sich über den hölzernen Star der Schau viel Wissen angeeignet. Er ist Rekordhalter in vielen Bereichen, von Mythen umwoben und in seiner Widerstandskraft ungeschlagen. Kurzum: "Sie hat was, die Zirbe." Was, können Besucher ab morgen herausfinden. Ohne Gefahr zu laufen, über Hirschgeweihe zu stolpern.















