In der Therme war bloß der Biererlös erfreulich
Die "Bezirksbadeanlage" wurde völlig falsch eingeschätzt: Es gibt pikante Details aus dem Gerichtsgutachten. Nur die Thermen-Gastronomie wird positiv bewertet.

Foto © FRÖHLICH | Archivbild
FOHNSDORF. Der Wirtschaftsprüfer und Sachverständige Gerhard Altenberger ist den Kärntnern als Gutachter in der Causa Birnbacher ein Begriff. Nun ist der Wiener auch diesseits der Pack bekannt - durch sein kritisches Gutachten über Fohnsdorf (wir berichteten). So wäre die Gemeinde schon 2006, spätestens 2008 zahlungsfähig gewesen, hätte sie nicht eigenmächtig den Überziehungsrahmen gestreckt. Und, sinngemäß: Das Land hat Fohnsdorf zu dieser Zeit nicht künstlich über Wasser gehalten. Wichtig für die betroffenen Politiker.
Völlig falsche Erwartungen
Aber: Die zweifellos schmucke Therme liegt laut Gutachten hinter den ("völlig falschen") Erwartungen. Der Zuspruch wird wenig charmant mit dem einer "Bezirksbadeanlage" verglichen - 600 Umkleidekästen für weniger als 400 Gäste im Tagesschnitt, wird Altenberger nicht müde zu betonen. Dabei wären - allein um den Betriebsaufwand abzudecken - mehr als 410 Gäste am Tag nötig. Ob dies ohne ein Hotel möglich sein wird, dahinter stellt auch der Gerichtssachverständige ein Fragezeichen. Als positiv wird hingegen die Entwicklung der Thermen-Gastronomie bezeichnet: Der Biererlös betrug 52.700 Euro, auch an Zigaretten verdiente man - 146 Euro (2010).
Freilich zu wenig für die leeren Kassen: Das wussten die Fohnsdorfer Politspitze und ihre Berater, entschlossen sich aber zu riskanten Finanzierungsmodellen, wie der Sachverständige erklärt. Bei der Therme ist es ähnlich verlaufen - was "zwangsläufig zu existenziellen Problemen" geführt hat.












