"Diese Bilder gehen nicht mehr aus dem Kopf"
Lkw rammte in Kobenz Familienauto - Lenkerin und Vater tot: Nach der Tragödie von Kobenz kämpfen Ärzte noch um das Leben von Jasmin (7). Ein Anrainer schildert, wie er zum Ersthelfer wurde.

Foto © EGGER Kerzen und Rosen erinnern an der Unfallstelle an die Tragödie. Noch sind die Ermittlungen nicht abgeschlossen
Eine Hirndrucksonde wacht ständig über Jasmins verletzten Kopf. Mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma liegt die Siebenjährige aus Knittelfeld auf der Intensivstation der Kinderchirurgie am LKH Graz. Die Lebensgefahr ist nicht gebannt. "Sie bleibt noch einige Tage im künstlichen Tiefschlaf, für Prognosen ist es jetzt zu früh", sagt Axel Haberlik, Abteilungsleiter der Kinderchirurgie.
Jasmin saß auf der Rückbank des Peugeot ihrer Mutter Elvira (35), als dieser Mittwochnachmittag in Kobenz von einem Lkw erfasst und von der Straße geschoben wurde. Die Lenkerin und Großvater Alija (68) auf dem Beifahrersitz waren sofort tot. Jasmin wurde schwerst verletzt geborgen. Einzig ihre elfjährige Schwester Melissa kam mit leichteren Verletzungen davon.
Vier Ersthelfer
Die Bilder von Mittwoch werden Gernot Schlacher so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen. "Vor allem von den Kindern", sagt der Geschäftsführer einer Reifenfirma neben dem Unfallort. Als er den "Klescher" hörte, rannte er sofort hin um zu helfen - versuchte, die Kinder aus dem Wagen zu bekommen. "Die Türen waren komplett verbogen", erinnert sich der Mann, der nicht zum ersten Mal einen tödlichen Unfall miterlebt hat. Großes Lob hat er für die Einsatzkräfte: "Sie waren sehr schnell da und top." Kein Verständnis findet er hingegen für die Schaulustigen, die ihre Handys für Fotos zückten. "Ich habe gleich die Straßenmeisterei informiert, dass die Straße gesperrt wird", erzählt Schlacher. Und: "Insgesamt waren wir vier Ersthelfer."
Am Donnerstag war dem Unternehmer die Betroffenheit noch anzusehen: "Man sieht Menschen, die an die Unfallstelle kommen und trauern. Das bewegt natürlich." Fünf Kerzen und vier rote Rosen haben Angehörige am Straßenrand abgelegt.
Unterdessen führt die Polizei ihre Erhebungen weiter. Der 39-jährige Lkw-Fahrer soll zu einem späteren Zeitpunkt nochmals einvernommen werden, er steht noch unter Schock. Ebenso der Lebensgefährte der getöteten Knittelfelderin und Vater der beiden Mädchen.













