Abriss des ÖDK-Werks steht bevor
Das stillgelegte Dampfkraftwerk Zeltweg wird geschleift. Der Verbund als Besitzer hat den Bescheid für einen Abbruch bereits in Händen. Ära Kohle geht damit zu Ende.
Es ist so etwas wie ein Denkmal der Region, jeder kennt den unübersehbaren Betonklotz im Südwesten Zeltwegs. Nun soll das bereits in den 90er-Jahren heruntergefahrene ehemalige ÖDK-Kraftwerk dem Erdboden gleichgemacht werden.
"Der Verbund hat bei der Gemeinde Zeltweg eine Abbruchgenehmigung beantragt. Mit der Inbetriebnahme des neuen Gas-Kombikraftwerks in Mellach wurde das Dampfkraftwerk Zeltweg komplett stillgelegt", so Verbund-Sprecher Robert Zechner. Bisher sei es nur konserviert gewesen, hätte also wieder hochgefahren werden können.
Mit dem neuen Kraftwerk wird man insgesamt fünf alte Kohle- und Ölkraftwerke - darunter Voitsberg, St. Andrä, Neudorf-Werndorf, Pernegg und Zeltweg - ersetzen. "So werden jährlich bis zu zwei Millionen Tonnen CO2 eingespart", so Zechner. Der Zeltweger Bürgermeister Hermann Dullnig bestätigt den geplanten Abbruch: "Er wurde per Bescheid erteilt. Das Gebäude muss nun innerhalb einer bestimmten Frist abgetragen werden." Ziel des Verbunds ist es, eine grüne Wiese zu schaffen, die von neuen Investoren genutzt beziehungsweise gekauft werden soll. Interesse gibt es bereits seitens des Holzinnovationszentrums (HIZ) Zeltweg, das sich neben dem Werk befindet. Dullnig ist auch Aufsichtsratsvorsitzender des HIZ und weiß: "Das HIZ hat definitiv Interesse. Der Grund liegt optimal, und es gibt auch einen Bahnanschluss."
Konserviert
Das Zeltweger Kraftwerk wurde zwischen 1959 und 1962 errichtet. Mehr als zehn Jahre lang wurde dort Braunkohle aus dem Fohnsdorfer Bergbau verfeuert. Nach der Schließung des Bergbaus wurde bis 1983 Braunkohle aus dem ehemaligen Jugoslawien ins Murtal zum Kraftwerk Zeltweg transportiert. Danach wurde das Kraftwerk auf den Betrieb mit Steinkohle umgerüstet. Es war für die Stromversorgung - vor allem für große Industriebetriebe im Mur- und Mürztal - zuständig. Anfang der 90er-Jahre wurde es mit neuesten Filter- und Umweltschutzanlagen ausgerüstet.














