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Zuletzt aktualisiert: 30.07.2012 um 21:06 UhrKommentare

Murau: Am Haus schoss eine Schlammlawine vorbei

Angst um Hab und Gut: Rund um Murau gingen wieder schwere Unwetter und Hagelstürme nieder. Betroffene berichten, wie sie diese schlimmen Stunden erlebten.

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Die Unwetterperiode nimmt kein Ende. Am Wochenende wurde diesmal der Bezirk Murau von schweren Hagelstürmen, Hochwassern und Muren heimgesucht (wir berichteten). Besonders dramatisch war die Situation am Kreischberg, wo 36 Wanderer auf der Seilbahn festsaßen. Gestern war die Situation schon wieder im Griff. Kreischberg-Chef Karl Schmidhofer gibt Entwarnung: "Wir sind mitten in den Aufräumarbeiten und so wie es aussieht, können wir am Mittwoch wieder mit der Seilbahn fahren." Derzeit werden magnetinduktive Tests an den Seilen durchgeführt, aber die Bahn ist schon wieder im Probebetrieb.

Überschwemmt wurden am Kreischberg außerdem das Betriebsgebäude bei der Talstation und andere kleinere Gebäude. "Es stand alles bis zu 60 Zentimeter unter Wasser", so Schmidhofer. Besonders stürmisch ging es in Murau am Lärchberg zu. Hier leben mehrere Familien, wie etwa die Brüder Josef und Konrad Spreitzer. "Bei mir ist es nicht so schlimm gewesen. Aber mein Bruder hat schon gröbere Schäden", so Konrad Spreitzer. Sein Bruder Josef will am Telefon darüber nicht sprechen, dafür gibt Sohn Helmut, der eigentlich in Salzburg lebt, Auskunft. "Bei uns sieht es schon sehr schlimm aus. Schlamm ist überall, Steine und Geröll wurden angeschwemmt. Die Wirtschaftsgebäude haben den größten Schaden abgekriegt, das Haus wurde verschont", so Helmut Spreitzer, der eigentlich nur seinen Urlaub zuhause verbringen wollte.

Arbeit statt Urlaub

Da das Unwetter dazwischen kam, will er seinem Vater noch aushelfen. "Ich habe meinen Urlaub schon verlängert", sagt er.

Schlimm betroffen war auch der Hof von Landwirt Bartholomäus Tockner am Lärchberg in Murau. "Mein Opa ist 85 Jahre alt. Er hat zu mir gesagt, dass er so ein Unwetter noch nie erlebt hat", berichtet Tockner. Hagel in rauen Mengen sei vom Himmel geschossen. Sintflutartige Regengüsse und Vermurungen führten zu schweren Verwüstungen. "Ich wohne mit meiner Familie auf 1230 Metern Seehöhe. Alles, was darüber liegt, ist zu uns heruntergekommen. Schlamm, Wasser und Steine sind an unserem Wohnhaus vorbeigeschossen. Da hat man schon große Angst", berichtet Tockner. Das Privathaus ist verschont geblieben, doch die Aufräumarbeiten werden noch lange andauern. "Von der Gemeinde bekommen wir Hilfe. Ab nächster Woche wird gebaggert", so der Landwirt.

Einsatz

Der Murauer Feuerwehrkommandant und Vizebürgermeister Franz Mayrhofer war am Sonntag in den späten Abendstunden noch mit neun Mann beim Schulzentrum im Einsatz. "Das Borg und die HBLA waren vollkommen unter Wasser. Das Problem war, dass ja in den Ferien niemand dort ist. Die beiden Schulwarte haben das Unglück bemerkt", so Mayrhofer. Der Bunker war gänzlich unter Wasser.

Auch in der Murauer Hugo-Wolf-Gasse waren mehrere Familien von Überschwemmungen am vergangenen Samstag betroffen. "Wir haben Unterstützung von den Feuerwehren aus Laßnitz bei Murau, Katsch und Stolzalpe bekommen. Es waren mehr als 100 Feuerwehrmänner im Einsatz", berichtet Franz Mayrhofer.

In St. Georgen ob Murau gingen ebenfalls schlimme Hagel- und Regenschauer nieder, die zu schweren Verwüstungen führten. Siegfried Tockner von der Polizeiinspektion Murau berichtet auch von einer Straßensperre. "Die B 97 zwischen Murau und St. Georgen ist wegen eines Murenabganges noch immer nicht befahrbar. Derzeit untersucht ein Geologe vom Land Steiermark die Schäden. Erst dann wird man entscheiden, wann die Straße wieder freigegeben werden kann", so Polizist Siegfried Tockner, der vermutet, dass kleinere Schäden erst in den nächsten Stunden vermeldet werden.

SONJA HAIDER-KRÄTSCHMER

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