Morawa in Knittelfeld: Inhaltsschwere Übergabe
Abschlussaktion der Gemeinschaft zur Erhaltung der Buchhandlung Morawa in Knittelfeld. Geschäftsleitung zieht 1-Euro-Angebot zurück.

Foto © PrivatMorawa-Geschäftsführer Gerald Schantin (Dritter von rechts) mit dem gesammelten Protest unter dem Arm in der Knittelfelder Buchhandlung, flankiert von Heimo Eggartner und Bürgermeister Siegfried Schararik
Heimo Eggartners bis an den Nerv gehende Rede perlte an der Unantastbarkeit der Entscheidung ab wie ein Tropfen Wasser von einem Buchdeckel: Abschlussaktion der Interessensgemeinschaft zur Erhaltung der Buchhandlung Morawa in Knittelfeld, und alle waren sie da, Bürgermeister Siegfried Schafarik inklusive. Natürlich war es ein haptisches Druckwerk, inhaltsschwer mit mehr als 5000 gesammelten Protestschreien, welches Geschäftsführer Gerald Schantin überreicht wurde. "Eine einzigartige Tatsache! Ich weiß nicht, ob Sie so etwas wie hier schon erlebt haben, Sie haben ja schon einige Buchhandlungen geschlossen. Für eine Stadt wie Knittelfeld ist das Fehlen der Buchhandlung nicht vorstellbar", so Eggartner.
Schantin sollte später der Kleinen Zeitung gegenüber stagnierenden Markt, Internet und geändertes Kaufverhalten als Stolpersteine für "nicht erreichte Ziele" anführen, gibt sich im Gegenzug "von der langfristigen Erhaltung" des Judenburger Standortes überzeugt. Bei allem Verständnis für die Sorgen der Region zu den Unterschreibenden nur so viel: "Wenn von diesen jeder auch nur alle paar Monate ein Buch gekauft hätte..."
Im Nirwana der schönen Ideen verschwunden ist das Angebot, die Buchhandlung samt Inventar um einen Euro zu übernehmen. Heimo Eggartner appellierte an die Firmenleitung, zu ihrem Wort zu stehen. Zu spät. "Wir haben anders disponiert, haben das Mobiliar bereits verkauft", so Schantin, zu dem etwaige Interessenten nie vorgedrungen seien. Nun, einer wollte ihm in Knittelfeld in Gestalt der Familie Wilhelm von der Weizer Buchhandlung Haas ein Angebot unterbreiten. Vergeblich. Schantin: "Für eine Inhaber-geführte Buchhandlung wäre sie ohnehin zu groß."
Die Interessensgemeinschaft gibt trotz der wenig ermutigenden Stimmung die Hoffnung nicht auf.













