"Das darf nicht sein"
Immer stärkerer Protest gegen die geplante Schließung des Zielpunkt in Judenburg West. Stadtverantwortliche initiierten Unterschriftenaktion.

Foto © OberrainerEine reformpartnerschaftliche Unterschrift für Judenburgs Vizebürgermeisterin Gabriele Kolar gab es gestern auch von Oberzeirings Vizebürgermeister Peter Schaffer (Mitte), er und Michael Schöggl kaufen gerne bei Zielpunkt ein
Was, der will zusperren? Dort ist ja meine Lieblingsfleischhauerin!" Oberzeirings schwarzer Vizebürgermeister Peter Schaffer zögert keine Sekunde, seine reformpartnerschaftliche Unterschrift auf die von Judenburgs roter Vizebürgermeisterin Gabriele Kolar gestern in Umlauf gebrachte Liste zu setzen. Detto Michael Schöggl, er erledigt stets auf der Heimfahrt nach Knittelfeld dort Einkäufe: Es geht um den Zielpunkt in Judenburg West, und die beiden sind beileibe nicht die einzigen Protestierer: "Das darf einfach nicht sein", beschreibt Kolar den Tenor der Bevölkerung. Dieser Supermarkt, er ist offenbar wichtiger Bestandteil der Infrastruktur, welche sich in diesem Teil der Stadt etabliert hat. Autohäuser, Elektrohändler, natürlich die Raiffeisenbank als Grundeigentümerin, alle unterstützen bereitwillig die Unterschriftenaktion. Kopfschütteln habe angesichts des lebendigen Kommen und Gehens das Argument der Unrentabilität von Zielpunkt-Inhaber Jan Satek hervorgerufen (wir berichteten).
"Jause kaufen macht das Kraut vielleicht auch nicht fett", seufzt Bürgermeister Hannes Dolleschall. Er bemüht sich bei dem Unternehmer um ein Gespräch, möchte ihn nach Judenburg einladen - wo dieser noch nie war. Dolleschall beabsichtigt Sateks der Kleinen Zeitung gegenüber geäußertes Bekenntnis als "Nahversorger" auf den Zahn zu fühlen - will ihm seine Filiale zeigen. "Vielleicht kann ich ihn in eine andere Richtung überzeugen", überlegt der Bürgermeister auch den Vorschlag einer anderen Lokalität. Oder die Verkleinerung des Standortes. Vor allem: "Ich möchte für die Bediensteten kämpfen." Nicht, dass Judenburg hinsichtlich der allgemeinen Versorgung schlecht dastehe, Hannes Dolleschall sieht sich diesbezüglich mit keinen Klagen konfrontiert. Aber schließlich gebe es nicht-mobile Menschen und das Problem von Erreichbarkeit.












