Judenburger Stadtmauer droht Verfall
Dreck, Müll und Verfall: Beschwerden über Judenburgs Innenstadt häufen sich. Nun soll ein Expertenteam die Stadtmauer vor dem Ruin retten und das Stadtbild verbessern.

Foto © PrivatDie Stadtmauer ist voller Risse. Nun soll sie restauriert werden
Verwahrloste Spielplätze, fehlende Mistkübel, verdreckte Gehwege: Mehrere Judenburger kreiden diese Mängel an. So auch eine ältere Dame, die kürzlich der Kleinen Zeitung einen Besuch abstattete. Bewaffnet mit ihrer Kamera hat sie die Missstände ihrer Heimatgemeinde dokumentiert. "Es ist wirklich eine Frechheit, wie es bei uns aussieht. Da könnte sich die Stadtgemeinde etwas einfallen lassen", ärgert sie sich. Mit ihrer Meinung ist sie nicht allein. Schon öfters beschwerten sich Judenburger über die "Zustände". Bürgermeister Hannes Dolleschall meint: "Unser Reinigungsteam ist ständig unterwegs. Aber so viele Arbeiter haben wir nicht und sie können nicht alles auf einmal machen."
Auch an der Stadtmauer hat die Judenburgerin, die nicht genannt werden möchte, einiges zu bekritteln: "Es bröckelt an allen Ecken und Ende. Das sieht furchtbar aus." Hier kann Dolleschall beruhigen: "Ein Experte erhebt gerade den Zustand der Stadtmauer. Das Projekt wurde heuer gestartet."
Der Experte ist Bauhistoriker Ronald Woldron. "Ich erstelle im Auftrag der Stadtgemeinde ein bauhistorisches Gutachten der Stadtbefestigung. Dabei arbeite ich mit Jürgen Moravi von der TU Graz und mit dem Stadthistoriker Michael Schiestl zusammen", so Woldron.
Ziel des Projektes ist es, die unterschiedlichen Bauphasen der Stadtbefestigung zu analysieren und in einem Gutachten sowie Bildmaterial darzustellen. Zudem erfolgt eine Bewertung der Bauzustände als Grundlage für eine langjährige Restaurierungsplanung. "Die Reste der Stadtmauer von Judenburg lassen zahlreiche Bauphasen des 13. bis 17. Jahrhunderts erkennen. Sie war mehr als 1,8 Kilometer lang", weiß Woldron.
Finanzierung
In Zukunft soll die Mauer unbedingt erhalten werden, was teilweise schwer werden könnte. "Wir müssen die Finanzierung abklären und auch mit Privatbesitzern sprechen, da die Mauer teilweise auf unterschiedlichen Baugründen steht", so Dolleschall. Die Untersuchungen werden noch heuer abgeschlossen.











