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    Zuletzt aktualisiert: 17.05.2012 um 05:10 UhrKommentare

    Gemobbt am Arbeitsplatz und entlassen

    Fohnsdorferin hatte in ihrer Firma angeblich kein leichtes Leben. An ihrer Arbeitsstelle sei sie schikaniert und belästigt worden. Der ehemalige Arbeitgeber sieht den Sachverhalt anders.

    Foto © Marija Kanizaj

    Zuerst gemobbt und dann gekündigt. Klingt nach mieser Firmenpolitik, doch einer Fohnsdorferin, die namentlich nicht genannt werden will, ist es angeblich so ergangen. "Ich habe fünf Jahre lang in einer Judenburger Firma gearbeitet. Dann kam ich in eine neue Abteilung und wurde von meinem Vorgesetzten nicht gut behandelt", berichtet die Betroffene. So sei es auch zur sexuellen Belästigung gekommen. "Es hört sich eigentlich harmlos an, aber mein direkter Vorgesetzter hat mich gefragt, ob ich mit ihm fortgehen will. Ich bin verheiratet und habe nein gesagt. Danach habe ich mich von ihm distanziert. Das war anscheinend ein Fehler", seufzt sie. Durch die zurückhaltende Art sei alles noch schlimmer geworden.

    Der Chef sei immer unfreundlicher geworden. "Er hat meine Kollegen angeschrien, wenn sie mit mir geredet haben und zum Schluss hat gar keiner mehr mit mir gesprochen", sagt sie weinerlich. Auch sei ihre Arbeit ständig bemängelt worden. Nach mehreren Monaten der Schikane wurde die Fohnsdorferin sogar entlassen. "Da ich mich beim Betriebsrat und der Arbeiterkammer beschwert habe, gab es Gespräche, und ich sollte in eine andere Abteilung. Das wollte ich nicht, deswegen wurde ich gekündigt", so die ehemalige Mitarbeiterin.

    Der Geschäftsführer der betroffenen Firma meint dazu: "Ich will es einmal so sagen: Die betroffene Mitarbeiterin ist keine einfache Person. Es gab mit ihr auch schon in anderen Abteilungen zuvor Ärger. Von Mobbing und sexueller Belästigung war aber nie die Rede." So habe die Mitarbeiterin erst zum Schluss diesen "Trumpf" gezogen.

    Arbeiterkammer

    Jörg Oberdorfer von der Rechtsabteilung der Arbeiterkammer Leoben weiß: "Wir haben die Dame rechtlich vertreten, nachdem es zur Kündigung gekommen war. Das Mobbing konnte nicht bewiesen werden, es gab keine Anhaltspunkte." Nach dem Rausschmiss sei es sogar vor dem Arbeiterkammergericht zu einem Vergleich gekommen. "Es war eine Shake-Hands-Situation. Mir kam es harmonisch vor", so Obergruber. Für die Fohnsdorferin ist das kein Trost. "Ich nehme starke Medikamente. Schlafen kann ich nicht. Ich hoffe nur, dass ich bei meiner alten Firma arbeiten kann, dort war ich immer glücklich", meint die 47-Jährige.

    Für Mobbingopfer hat Jörg Obergruber einen guten Tipp: "Sollte man gemobbt werden, ist es wichtig, dass man ein Mobbingtagebuch führt und Aussagen schriftlich festhält. Man braucht unbedingt Beweise."

    SONJA HAIDER-KRÄTSCHMER

    Kommentar

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