An steirischer SP-Basis überwiegt noch immer die Skepsis
Die Funktionäre sehen die Ämtertrennung Gusenbauer-Faymann eher kritisch. Scharmützel bei den ÖVP-dominierten Bauern. Montan-Uni hat endlich einen neuen Uni-Rat.
Froh, dass überhaupt eine Entscheidung gefallen ist, aber skeptisch über das Resultat und seine Wirkung zeigt sich die SPÖ-Basis. Landesgeschäftsführer Toni Vukan muss als Parteiangestellter den Part des Optimisten spielen. Er sieht in der Ämtertrennung zwischen Bundeskanzler und Parteivorsitzender die erhoffte Bewegung. Walter Kröpfl, der Klubobmann, ist vorsichtiger. Die Ämtertrennung sei keine Dauerlösung. ÖGB-Chef Horst Schachner hofft, dass unter der Führung von Werner Faymann die SPÖ wieder als "soziales Gewissen der Republik" erkennbar wird.
"Lauwarme Geschichte". Deutlich distanzierter ist Landtagspräsident Siegfried Schrittwieser. Er outet sich klar als "kein Anhänger von Doppelführungen". Noch immer viel Skepsis sieht Hannes Schwarz, Chef der Jungen Generation (JG), an der Parteibasis. Aber Schwarz will nicht als Rebell da- stehen und "sich überraschen lassen", ob es vielleicht doch gut für die SPÖ ist. Das schließt die Judenburger Bürgermeisterin Grete Gruber praktisch aus. Sie sieht die Lösung als "lauwarme Geschichte" und hat Zweifel, "ob das das Beste für die Partei ist". Diplomatischer Leobens Matthias Konrad, der von Faymann hofft, dass die Parteibasis wieder mehr Gewicht bekommt. Helmut Kienreich, Bürgermeister von Weiz, will zunächst abwarten.
Milchpreis. Während die SPÖ hofft, endlich aus den Schlagzeilen zu kommen, arbeitet die ÖVP-dominierte steirische Bauernführung emsig daran, dass nicht nur die "Rebellen"-Organisation IG-Milch in denselben vorkommt. Die Querelen um den Milchpreis und der Streit um den Gestank von Ställen boten Doppelpräsident Gerhard Wlodkowski eine doppelte öffentliche Bühne. Als Obmann des Bauernbundes auf Landesebene und als Präsident der steirischen wie der österreichischen Landwirtschaftskammer hat er offenbar Druck von der Basis. "Die Leute haben verlangt, dass der Bauernbund was macht", so ein Insider.
Einigkeit. Etwas zu machen" ist die Domäne von Bauernbund-Direktor Franz Tonner. Binnen weniger Tage stellte er eine Demonstration von Milchbauern auf dem Grazer Hauptplatz auf die Beine und kam so der IG-Milch zuvor. Was den Kampf gegen das Baugesetz zur Beschneidung von Ställen mit großer Geruchsbelästigung betrifft, schien die Bauernkammer zunächst umtriebiger zu sein als der Bauernbund. Da mag auch eine gewisse Rivalität zwischen Tonner und dem noch relativ neuen Kammerdirektor Winfried Eberl eine Rolle gespielt haben. Eine Demonstration vor der Grazer Burg bot dann aber doch ein Bild der Einigkeit. Insgesamt kommt zum Ausdruck, dass die bäuerliche Führungsfrage im Land auf drei Personen verteilt ist. Neben Wlodkowski agiert in der Landesregierung Landesrat Johann Seitinger, von Wien aus wirkt der Präsident des Bauernbundes, Fritz Grillitsch, immer wieder in sein Heimatland hinein.
Uni-Rat. Nach einer monatelangen Pattsituation hat sich am Dienstag der Uni-Rat der Montanuni Leoben in der vierten Abstimmung auf ein fünftes Mitglied geeinigt: Günther Kolb (voestalpine Stahl Donawitz) wurde, wie im Statut vorgesehen, einstimmig von Hannes Androsch, Stefan Schleicher, Eva-Maria Kern und Karin Schaupp gewählt. Der ursprüngliche Wunschkandidat von Androsch, Richard Schenz (OMV), fand keine Mehrheit. In der nächsten Sitzung wird der Vorsitzende gewählt - alles spricht für einen Weiterverbleib von Hannes Androsch in der Funktion.














