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Zuletzt aktualisiert: 26.09.2010 um 20:10 UhrKommentare

Rote hoffen auf ein Mandat

Katerstimmung bei der ÖVP Murau. Im traditionell schwarzen Bezirk war der Stimmenverlust bei der Volkspartei größer als bei den Sozialdemokraten.

Gespanntes Warten auf die ersten Ergebnisse

Foto © Peter HaselmannGespanntes Warten auf die ersten Ergebnisse

Ob er sich mit einem weinenden Auge in die Politpension verabschiedet? "Ein weinendes Auge habe ich nur deswegen, weil wir ein Minus vorne haben", so Johann Bacher, der 24 Jahre für die Volkspartei im Landtag vertreten war. Nun räumte er das Feld für Manuela Khom, seit dem Vorjahr Bezirksobfrau der ÖVP Murau. "Ich freue mich auf die neue Aufgabe", sagt sie. Freude über das Wahlergebnis wollte in der Bezirksparteizentrale gestern aber nicht aufkommen, verloren die Schwarzen doch mehr als die Sozialdemokraten.

Bei der SPÖ hingegen herrschte gestern Nachmittag eine bessere Stimmung. Während nach und nach die Ergebnisse der einzelnen Gemeinden eintrudelten, verfolgten manch Sportliche auf Großbildleinwand die Formel 1. Das Hauptinteresse galt aber natürlich der Politik. Die Hoffnung lebt, dass die SPÖ erstmals seit mehr als zwei Jahrzehnten ein Mandat für den Bezirk ergattern könnte. Bezirksobmann Christian Göttfried wie auch Jugendkandidat Max Lercher, Landesvorsitzender der Sozialistischen Jugend, hoffen auf den Einzug. Für Lercher stehen die Chancen nicht schlecht: Er führte einen Vorzugsstimmenwahlkampf, allein in seiner Heimatgemeinde St. Peter am Kammersberg gaben ihm 325 Bewohner eine Vorzugsstimme. "Darüber freue ich mich von Herzen", strahlt Lercher.

Blaue Revolte

Nach Graz verschlug es gestern Thomas Berner, Obmann der FPÖ. Im Bezirk selbst hatten die Blauen am Wahlsonntag keinen Treffpunkt, was an den jüngsten Zerrüttungen liegen könnte. Wie berichtet, traten zwei Bürgermeister und ein Teilzeit-Bürgermeister aus der Partei aus. Dies wirkte sich nur bedingt auf das Ergebnis in den drei Gemeinden aus: In Neumarkt, wo Reinhardt Racz der FPÖ Adieu sagte, holten die Blauen ein Plus. Ein saftiges Minus gab es allerdings in den beiden anderen "abtrünnigen" Gemeinden Zeutschach und Predlitz-Turrach.

Viele rechneten damit, dass die Grünen im Bezirk zulegen werden, gibt es doch viele Gegner des vierspurigen Ausbaus von Judenburg nach Kärnten. In den Grünen haben die Bürgerinitiativen Verbündete. Das Plus fiel jedoch nur leicht aus.

MICHAELA FRÖHLICH

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