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Zuletzt aktualisiert: 23.09.2011 um 20:30 UhrKommentare

Streit um Radweg, der gar keiner ist

Streitpunkt Hagerweg: Seit Jahren sorgt ein Murauer Schotterweg bei Radfahrern für Unmut. Sie wollen den Weg befahren, doch das Gesetz sagt Nein.

Adolf Siebenhofer fordert die Umwidmung des Hagerweges. er will dort legal mit dem Rad durchfahren dürfen

Foto © HaiderAdolf Siebenhofer fordert die Umwidmung des Hagerweges. er will dort legal mit dem Rad durchfahren dürfen

Der Murauer Adolf Siebenhofer radelt für sein Leben gern durch die Gegend. Seit einigen Jahren macht dem Umweltschützer allerdings ein seiner Meinung nach bestens für Räder geeigneter Weg keine Freude. "Es handelt sich dabei um den Hagerweg, einen mit Schotter ausgelegten Weg, der sich genau zwischen den beiden Gemeinden Murau und Stolzalpe befindet", erklärt Siebenhofer.

Der Weg sei vor ein paar Jahren für sämtliche Gefährte - also auch Fahrräder - gesperrt worden. "Ich bin nicht der einzige, der hier mittlerweile illegal mit dem Rad durchfährt. Es radeln hier so viele Menschen durch, die ich persönlich kenne", erklärt er. Und wie auf Kommando schlendert der ehemalige Postbote Andreas Paulsen um die Ecke. Auch er würde eine Freigabe für Räder am Hagerweg sehr begrüßen. "Ich fahre hier schon seit Jahrzehnten mit dem Rad durch, meine Frau ebenfalls. Es ist ein Witz, dass man hier offiziell nicht fahren darf", meint er.

Während Adolf Siebenhofer seinen Unmut über den Hagerweg ausschüttet und vehement die Umwidmung fordert, fährt ein Radfahrer nach dem anderen über den Hagerweg. "Laut Gesetz müssten wir den Weg über die Bundesstraße nutzen. Ich finde das einfach sehr gefährlich. Wir haben schon so viel Schwerverkehr und müssen auch an die Kinder denken, die mit ihren Rädern auf der Hauptstraße fahren müssen", empört sich Siebenhofer. Der Murauer Bürgermeister Thomas Kalcher kennt die Problematik des Hagerweges gut. "Es ist einfach zu gefährlich, Radler dort fahren zu lassen. Aus diesem Grund haben wir dieses Verbotsschild vor einigen Jahren aufgestellt", erklärt er. Die Böschung neben dem Weg sei zu steil, die Errichtung einer Abgrenzung zu kostspielig.

Prioritäten

"Es gibt derzeit kein Geld und man muss einfach Prioritäten setzen. Ich hätte noch viele andere Vorhaben, die ich gerne umsetzen würde", setzt Kalcher nach. Wie etwa den Ausbau des Radweges zwischen Murau und Ranten (wir berichteten). Auch in dieser Sache hat Thomas Kalcher keine Handhabe. "Das Land sagt, dass kein Geld da ist. Man würde den Weg in den nächsten Jahren ausbauen."

Auf die Umwidmung des Hagerweges wird Adolf Siebenhofer wohl auch noch warten müssen. "Es muss etwas geschehen. So kann es nicht weitergehen. Die Gefahr ist zu groß", seufzt er.

SONJA HAIDER-KRÄTSCHMER

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