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Zuletzt aktualisiert: 19.02.2011 um 20:34 UhrKommentare

Mit blankem Schwert und feinster Technik

Mittelalter statt Hollywood: Die Mitglieder des Vereins "Civitas Judenburch 1224" zeigten im Gewölbekeller Judenburg, wie im Mittelalter richtig gekämpft wurde.

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En garde" hörte man vor Kurzem im Judenburger Gewölbekeller nicht, obwohl fleißig gefechtet wurde. Ob Lang- oder Kurzschwert, Sichel oder Schild, die Mitglieder des Verein "Civitas Judenburch 1224" langten ordentlich zu, zumindest mit geschliffenem Metall. Den Wanst konnten sie sich später vollschlagen, nach vollendeter Tat. Andreas Moitzi, Mitglied des Mittelalter-Vereins "Civitas Judenburch 1224" und begeisterter Fechter, hatte mit seinen Vereinsmannen zwei Monate lang ein schweißtreibendes Training absolviert. Die Demonstration ihres Könnens fand nun im Gewölbekeller großen Anklang. "Man darf mittelalterliches Fechten nicht mit Sportfechten vergleichen. Das sind zwei Paar Schuhe. Uns geht es vor allem um die richtige Technik", erklärt Moitzi.

Zwischen den dicken Steinmauern des Veranstaltungskellers wurden auch Hollywood-Schwindel aufgedeckt. "Kampfszenen in Filmen sind meistens ziemlich lächerlich. Niemand würde so kämpfen. Wir zeigen, wie es richtig geht", klärte Andreas Moitzi auf, der gemeinsam mit Richard und Paul Stadler, Martin Mayer, Oliver Holzer, Matthias Gscheider, Pascal Kühweider und Klaus Köck die Theorie in die Praxis umsetzte.

Kampfgeschrei

Da trafen blank polierte Schwerter auf hartes Holz, Sicheln blitzten, und der eine oder andere Kampfschrei durfte natürlich auch nicht fehlen. Vereinsobfrau Margit Dürschmid freute sich besonders über ein volles Haus: "Wir wollten einfach etwas Neues versuchen, und wie es aussieht, findet es ganz großen Anklang."

Auch die Einführung in die richtige Fechttechnik- und -geschichte durfte nicht fehlen. Andreas Moitzi zeigte Schaubilder aus dem ältesten Fechtbuch der Welt, genannt "1.33", das sich heute im Tower von London befindet. Die Fecht-Demonstrationen fanden natürlich noch mehr Anklang. Ob im Kettenhemd oder ohne Rüstung: Die Schwerter flogen durch die Luft. Doch nicht nur die Kämpfe hatten Stil: "Wir haben unsere Gewänder alle selber genäht", berichtete Moitzi, der selbst mit gelbem Filzhut gut behütet war. Nach gut drei Stunden war die Fechterei vorbei und das Wissen der Gäste wahrscheinlich um einiges reicher. "Beim Stadtfest werden wir sicher noch mehr zeigen. Wir trainieren nämlich fleißig weiter", so Moitzi.

SONJA HAIDER-KRÄTSCHMER

CIVITAS JUDENBURCH

Der Verein macht es sich zur Aufgabe, die Stadt Judenburg im Jahr 1224 so darzustellen, wie es eventuell sein hätte können.

Obfrau: Margit Dürschmid

Repräsentative: Präsenz in Judenburg, Vertretung nach Außen, Lager und Auftritte bei diversen Veranstaltungen.

Info: www.turnierritter.com.

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