Winter ade: Die Ersten werden die Letzten sein
Und sie fährt immer noch - die Turrach natürlich. Bis 2. Mai. Wo Rekorde purzelten, was Mallorca mit der Snowboard-WM zu tun hat, und wo die Motorsäge jault. Die Schiberge, eine Bilanz.
Und sie fährt immer noch, denn: Die Ersten werden die Letzten sein! Spätestens seit dieser Saison macht die Turrach dem (gedrehten) Sprichwort alle Ehre: Mit dem starken Schneefall Mitte Oktober ratterten die Lifte los, und der Winter hat sich aus dem steirisch-kärntnerischen Paradeloch längst nicht verabschiedet: Vollbetrieb bis 18. April, Kornockbahn bis 2. Mai. Freilich waren die Wetterbedingungen widrig, Fritz Gambs bilanziert dennoch ein strahlendes "Super". Vor allem die Woche nach Ostern, ein Knüller.
Lobbying
Wo purzeln noch Rekorde? "Die beste Saison aller Zeiten", frohlockt Karl Schmidhofer - aber nicht vom Kreischberg aus, der Trendberg-Chef war in Sachen Lobbying für die Snowbord- und Freestyle-WM gerade auf Mallorca unterwegs, als wir ihn telefonisch erreichten. In zwei Monaten fällt in Antalya am FIS-Kongress die Entscheidung über den Austragungsort.
"Weg" ist Schmidhofer auch in anderer Hinsicht: Trotz üppigem Vorjahresplus (22 Prozent) erneut um sieben Prozent mehr Umsatz sowie ein Gästezuwachs von zwölf Prozent. Neben den vielen Gästen aus dem Osten schnallten verstärkt Inländer und Deutsche die Bretter an: "Man schätzt das Preis- Leistungsverhältnis in der Region", erlebt der Schiberge-Sprecher. Allerdings: Die Wintersportler würden Preisabstufungen genau beobachten und auch nutzen.
Kanonenlos
Toll genutzt haben Murauer Kinder die Saisonkarte um 30 Euro auf der Frauenalpe - sie behauptet sich nach wie vor als Privatunternehmen kanonen- und sesselliftlos im Match der Gewinnmaximierer. Überhaupt diesen Winter: "Wir hatten unglaubliches Schneeglück", freut sich Josef Duscher. Und erfährt Bestätigung: "Wir wurden oft für unsere kurzen Saisonzeiten geprügelt, aber es zeigt sich, dass es richtig ist." Von 19. Dezember bis 15. März währte das weiße Vergnügen auf der Alpe, der nächste Starttermin heißt 21. Dezember.
Noch knapp einen Monat setzt Thomas Hopf, Chef in Gaal, die Kanten in den Schnee. Als Schilehrer am Arlberg. Er ist zufrieden mit der umsatzstärksten, aber - auch bedingt durch Preissteigerungen - nicht gewinnstärksten Saison: "Wir starteten später, haben aber gut aufgeholt."
Spätstarter
Der späte Start machte Hohentauern zu schaffen. Petra Moscher: "Bis Silvester hatten wir Probleme mit Schnee, mussten schon am 21. März Schluss machen." Weil auch Petrus mit klirrenden Temperaturen geizte und der Boden nie richtig gefroren war. Die Loipe wiederum lief bestens, und das leichte Minus bei den Nächtigungszahlen soll nun der Frühsommer auffangen. Noch heuer wollen Moschers einen Beschneiteich anlegen.
Am Lachtal stehen die Lifte still, nicht die Baumaschinen: Für die "Qualitätsoffensive 2010" - Schönberg-Schaukel mit Sechser-Sessellift, neuer Zinken-Schlepper und eine mögliche Erweiterung in die Dietrichalm - wurde die Motorsäge angeworfen. Der sieben Millionen Euro teure Ausbau wird per Bausteinsystem finanziert.
Lachtaler Wolfgang Rappold schwärmt trotz schwieriger Bedingungen vom "dritten Rekordwinter in Folge". Die Pisten ein Traum, das Lob der Gäste - etwa für die Freundlichkeit der Mitarbeiter - Balsam. Rappold: "Wir haben eine gute Mannschaft, eine gute technische Ausrüstung."









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