Weil sie Freund verlassen hat: Opernball-Debütantin getötet
Opernball-Debütantin Claudia L. (18) aus Schöder wurde durch 24 Messerstiche getötet. Am Dienstag muss sich der mutmaßliche Täter, der 21-jährige Tobias W., dafür vor Gericht verantworten.

Foto © APAClaudia L. wurde in der gemeinsamen Wohnung in Wien-Margareten
Der jungen Obersteirerin Claudia L. stand die Welt offen. Beim Opernball 2011 war sie Debütantin. In einem Haubenlokal fand sie eine Anstellung - und sie hatte gute Aussichten auf einen Model-Vertrag. Nur ihre zweijährige Beziehung mit dem Kärntner Jus-Studenten Tobias W. funktionierte nicht. Sie war praktisch am Ende.
Laut Anklage soll die zierliche Steirerin über Monate versucht haben, sich von ihrem Freund zu lösen. Am 31. August 2011 kam es in der kleinen, gemeinsamen Wohnung in Wien-Margareten wieder einmal zu einem Gespräch. Claudia L. sollte diese Aussprache nicht überleben.
Gegen Mitternacht soll der Jus- Student zum Küchenmesser gegriffen und zugestochen haben, unzählige Male. 24 Einstiche und 14 Schnittwunden am ganzen Körper stellte der Gerichtsmediziner bei der Obduktion fest. Als er sah, was er angerichtet hatte, soll Tobias W. versucht haben, die leblos vor ihm liegende Freundin zu reanimieren. Doch jede Hilfe kam zu spät.
Gegen ein Uhr ging bei der Wiener Polizei dann der Notruf ein. Am Apparat war der Jus-Student: "Ich habe meine Freundin erstochen", stammelte er ins Telefon. An der Ecke Siebenbrunnengasse/Reinprechtsdorfer Straße wartete der Mann auf das Eintreffen der Polizei. "Sie können mich gleich festnehmen", rief er den Polizisten zu, als sie aus dem Streifenwagen stiegen.
Der Kärntner wirkte angeblich gelassen. Er führte die Polizisten in die Wohnung im dritten Stock des Hauses Spengergasse 31. Dort lag Claudia L. auf dem Fußboden, blutüberströmt.
Schizoide Persönlichkeit
Tobias W. gibt die Tat zu, bestreitet aber die Mordabsicht. Es sei eine Affekthandlung gewesen, behauptet er. Dennoch muss er sich am Dienstag vor einem Wiener Schwurgericht wegen Mordes verantworten. Laut Psychiater handelt es sich beim Beschuldigten um eine schizoide Persönlichkeit. Die Krankheitszüge seien aber noch nicht derart deutlich ausgeprägt, dass zum Zeitpunkt der Tat eine Beeinträchtigung gegeben gewesen wäre.









