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Zuletzt aktualisiert: 17.06.2009 um 04:30 UhrKommentare

Auf der Spur der Banden

Monatelang haben sie die Steiermark gemieden. Jetzt sind die moldawischen Einbrecherbanden wieder unterwegs. Nacht für Nacht, auf der Suche nach Bargeld.

Foto © APA

"Frech sind sie und mit allen Wassern gewaschen", sagt ein Polizist und meint damit die moldawischen Einbrecher. Mehrere Tätergruppen sind seit Wochen wieder unterwegs in der Steiermark. Nachdem sie zu vor unser Bundesland einige Monate gemieden hatten, schlagen sie wieder zu, Nacht für Nacht.

Gestohlen. Chefinspektor Peter Far mer von der Diebstahlsgruppe des Landeskriminalamtes und seine Kollegen kennen die Tricks der Moldawier genau. "Die Vorgangsweise ist immer die selbe", sagt er. "Sie stehlen ein Auto, verüben einen oder mehrere Einbrüche, lassen den gestohlenen Wagen stehen, besorgen sich ein anderes Fahr zeug ­ und sind schon wieder beim nächsten Tatort. Ganz typisch für moldawische Täter gruppen." Sie bevorzugen Geschäfte, Firmengebäude und Vereinslokale­ und sie suchen fast ausschließlich nach Bargeld. Auch das sei charakteristisch für die Einbrecher aus Moldawien.

Illegal. Die Grenzen sind offen, die Täter mit falschen Papieren unterwegs. "Die meisten unserer moldawischen Kunden sprechen Rumänisch. Immer wieder sind sie sogar im Besitz von echten rumänischen Dokumenten", erzählt ein Kriminalist. Damit in den EU-Raum einzureisen, sei einfach, die Ermittlungen hingegen schwierig ­ nicht nur, weil viele der Täter illegal in Norditalien leben und von dort aus ihre Einbruchs-Touren starten. "Die illegalen Moldawier aus Norditalien, die bei uns einsickern, sind eine Sache", sagen die Kriminalisten. "Viele leben bei uns in Österreich, als Asyl werber. Und oft steht nicht einmal fest, ob ihre Asylanten-Identitätskarte echt ist, geschweige die Papiere."

Alias. Ein Beispiel aus jüngster Vergangenheit bestätigt es: Einer der Montag in Neumarkt festgenommenen Moldawier benutzte vier Alias-Namen und war im Besitz von vier dazu passenden Identitätskarten. Der zweite, laut seinen eigenen Angaben erst 16 Jahre alt, trug eine Identitätskarte bei sich. Doch laut diesem Dokument ist er schon 24 Jahre alt. Was stimmt? "Das wissen wir noch nicht", sagt Michael Seisser von der Polizeiinspektion Neumarkt. Dort wurde eigens eine Ermittlungsgruppe eingerichtet, der Beamte aus Murau, Schöder und Neumarkt angehö ren und die die vielen Einbrüche im Bezirk aufklären soll. Übrigens: Die beiden noch flüchtigen Komplizen der fest genommenen Moldawier stahlen Dienstagnacht in Perchau einen Pkw­ und dürften auch für einen Einbruch in Neumarkt in Frage kommen.


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