Frankie, Luigi und der Fettfleck im Hirt-Haus
Frankie die Gurke und Francois der Döner treffen Urschratt Luigi. Dazu ein elendig geniales Triptychon: Im Hirt-Haus Atelier Scheifling wird heute deutsch-belgische Kunst präsentiert. Ein saurer Abstecher.

Foto © BETTINA OBERRAINERRudi Hirt, Gregory Brehms und Angelika Hirt-Thomsen mit Luigi, noch unverändert
Der Fettfleck liegt noch draußen. Ein unübersehbarer Flatsch - gut, dass er aus Holz ist, wäre sonst eine nette Sauerei. Sauer zu sein überlassen wir lieber Frankie. Frankie die Gurke. Mit pampfigem G'schau steht sie hinter Luigi, von dem nicht nur Angelika Hirt-Thomsen findet, dass er ihrem Rudi ähnlich sieht: Letzter Schliff im Scheiflinger Atelier für eine Installation, die dort in den vergangenen Wochen gefertigt wurde und heute präsentiert wird, ehe sie nach Antwerpen reist. Wie die in Schrattenberg entstandenen Ölbilder. Die deutsch/belgischen "Artists in Residence": Kati Heck und ihr angetrauter "Traumverwirklicher" Gregory Brems ("ich stelle ihm meine Träume vor, und dann - mach mal").
Erstmalige Kooperation. Und dass sie das machten, "haben wir jeden Tag gefeiert", freut Bildhauer Rudi Hirt diese für sein renommiertes Haus erstmalige Kooperation. Zugleich eine "Riesenarbeit" - ein ganzer Lastwagen an KLH-Platten wurde verschnitten. Luigi aber, eine Art massiver Urschratt, ist aus Lindenholz, und Angelika telefoniert noch rasch nach Büffelglanz mit Glanzhärter: "Das glänzt am schönsten." Einen haben wir vergessen. Francois. Der Döner. Genau, der, dessen Fettfleck noch draußen liegt. Vielleicht schaut er deshalb so runzlig... Sämtliche verwendete Bodenplatten stammen übrigens aus einem alten Stall. "So riechen sie auch", ulkt die Dame des Hauses.
Knallviolett. In Scheifling wurde diesmal professionellst umgesetzt, das sprühende Gehirn dahinter taucht gerade in farbbekleckerter Schürze und knallvioletten Socken in Schrattenberg seinen Pinsel in Ölfarbe: Kati Heck vollendet ihr großflächiges Triptychon. Nennt sich "Flotte Finger - fangen Fische - und jucken tut's meist an der Wurzel". Nix verstehen? Kommt einfach spontan aus dem Bauch. Jedenfalls: Eindeutig gelernte Malerin, die Frau. "Na irgendwas muss man ja lernen..."
Otto Dix, der deutsche Expressionist, lässt auf Hecks Bildern grüßen, die fast fotografische Ausführung hat Helnwein-Qualität, die Modelle existieren tatsächlich: "Ich mal' immer Freunde und Familie, deswegen vermisse ich sie auch nicht", so die gebürtige Düsseldorferin. Am Triptychon kommen sie nackig daher. Reiche Bauern, reiche Nutten? Vielleicht, aber ganz sicher geht es ihnen elendig. Heck: "Wie das Leben so ist - immer Sauregurkenzeit." Und ganz sicher ist Gesellschaftskritik angesagt, wie etwa bei der Stammtischrunde von Ausländern - ein Türke, ein Neandertaler und eine Gurke: "Wenn das keine Integration ist", grinst die Malerin und macht sich erneut verdächtig, wieder aus dem Bauch heraus zu denken.
Wo kommt die beste Gurke her? Anregung genug für den nächsten Gag der kreativen Gruppe: Wo kommt die beste Gurke her?, beratschlagen sie und man einigt sich auf eher osteuropäisches Terrain. Womit wir wieder bei Frankie wären. Heute hat sie ihren ersten großen Auftritt, wenn ab 17 Uhr zur Präsentation ins Hirt-Haus Atelier geladen wird. Und der Fettfleck flatscht unter Döner Francois. Alle imprägniert mit Büffelglanz mit Glanzhärter. Der nächste Grund zum Feiern...








