"Von oben kommt zu wenig"
Das Ohr mehr am Bürger haben: Dies fordern SPÖ-Bürgermeister wie Kurt Binderbauer und Sonja Pilgram nach den jüngsten Wahldebakeln.

Foto © Josef FröhlichSPÖ-Bürgermeister Kurt Binderbauer
St. Peter am Kammersberg liegt, was die Einwohnerzahl angeht, an der Spitze des Bezirkes Murau. Bürgermeisterin ist Sonja Pilgram von der SPÖ, die ob der jüngsten Wahlergebnisse nicht schwarz malen will: "Vorarlberg und Oberösterreich sind zwei Länder, in denen die SPÖ nie an die vorderste Front kommen wird." Der Bundesregierung will sie nicht die Schuld für die Wahldebakel geben, aber: "Von oben kommt zu wenig", sagt Pilgram. Vor allem auf die Arbeiter müsse seitens der Bundesregierung wieder mehr geachtet werden: "Das ist ein kleines Manko." Landeshauptmann Franz Voves hingegen würde auf das Volk zugehen.
Die bevorstehenden Gemeinderatswahlen im März fürchtet Sonja Pilgram nicht: "Das ist etwas ganz anderes als landes- oder bundesweite Wahlen." Pilgram tritt im kommenden Jahr das erste Mal als Spitzenkandidatin an - und ist schon etwas aufgeregt, wenn sie daran denkt. Die Sozialdemokratin ist allerdings zuversichtlich: "Man kennt sich und die Leute sehen, was man getan hat."
Trend
Spielbergs Gemeindechef Kurt Binderbauer befürchtet wiederum, dass auch die SPÖ-Bürgermeister bei den kommenden Wahlen nicht verschont bleiben: "Mister Trend weht uns ins Gesicht. Ich werde alles versuchen, um die Windstärke zu verringern." Die Situation sei nicht einfach, dennoch glaubt auch er, dass Gemeinderatswahlen nicht mit anderen Wahlen zu vergleichen sind. Gut geht es dem Gemeindechef nicht bei dem Gedanken, wie die Sozialdemokratie derzeit - auch über die österreichischen Grenzen hinweg - dasteht. Von der SPÖ auf Bundesebene wünscht er sich eine kantigere Politik.
Und: "Die Leute haben Sorgen und Ängste." Der Bund müsse verstärkt das Ohr beim Bürger haben, vor allem was die Integrationspolitik angeht.








