Widerstand gegen Enduros im Naturpark
Motocross-Verein will auch heuer Rennen in der Karchau durchführen. Naturschutzbund-Obmann wehrt sich, Behördenverfahren läuft.

Foto © APStein des Anstoßes: ein Motorcrossrennen
Enduro-Motocross in einer Naturpark-Gemeinde, noch dazu in einem als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesenem Gelände? Das sieht Alfred Mandl, Landwirt in St. Blasen und designierter Obmann des Naturschutzbundes Murau, nicht ein. Es geht um die Rennen, die der "Enduro und Motocross Verein Murtal" in der Karchau bereits gegen den Widerstand von Anrainern veranstaltet hat und auch heuer wieder durchführen will.
"Ominiös". "Es wird immer ominöser", wundert sich Mandl, dass eine diesbezügliche "Verhandlung" nun nur zwischen dem zuständigen BH-Beamten und einem Sachverständigen des Landes stattfand - ohne Parteien. An die ergingen dann bloß Verhandlungsschrift und medizinisches Gutachten.
Bestandsaufnahme. Laut Mandl soll die Gesundheit für Anrainer nur dann nicht beeinträchtigt sein, wenn sie sich am Renntag im Inneren hinter geschlossenen Fenstern aufhalten. "Heißt das, dass auch alle Gäste drinnen bleiben müssen, damit die anderen Motocross fahren können?", ärgert sich der Landwirt. Dieses Argument kann Muraus Bezirkshauptmann Wolfgang Thierrichter nicht nachvollziehen: "Ich weiß nicht, woher Herr Mandl das mit den geschlossenen Räumen hat." Bei der vermeintlichen Verhandlung handle es sich nur um eine Bestandsaufnahme, das Parteiengehör sei natürlich gewahrt.
Noch keine Entscheidung. Für die neu beantragten zwei Rennen gibt es noch keine Entscheidung, das Ermittlungsverfahren läuft. "Die bisherigen Veranstaltungen wurden auch deshalb bewilligt, weil alle Gutachten positiv waren. Es gab keine einzige negative Stellungnahme", erklärt Thierrichter. Seitens der hauseigenen Amtsärztin heißt es etwa, dass bei Einhaltung der bisher gegebenen Auflagen und einem Lärmpegel unter knapp 73 Dezibel kein gesundheitsgefährdender Aspekt zu erwarten sei - sofern es sich um keine Dauerbelastung handelt.
"Ziehen es durch". Gerhard Leitner vom Motocross-Verein sieht jedenfalls keinen Grund, nicht zu fahren: "Wir ziehen das sicher durch, und wenn wir bis zum obersten Gerichtshof gehen - die Behörde kann nur bewilligen", gibt er Gas und bezeichnet Alfred Mandl als "Querulanten". Und was heißt schon Landschaftschutzgebiet: "Dann dürfte es die Sprengstoff-Firma in St. Lambrecht auch nicht geben, die ist auch im Naturpark", schießt Leitner scharf.
Sorgfältige Entscheidung. Der Bezirkshauptmann betont jedenfalls, bei derart aufeinanderprallenden Interessen besonders sorgfältig zu entscheiden: "Ich werde ja auch angegriffen, muss aber meine persönliche Meinung hintanhalten."
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Stein des Anstoßes
Es geht um die Rennen, die der "Enduro und Motocross Verein Murtal" in der Karchau bereits gegen den Widerstand von Anrainern veranstaltet hat und auch heuer wieder durchführen will.








