Murau wird REGIONALE12 ausrichten
Murau hat mit seiner Bewerbung gepunktet und wird beim Festival auf das Dreieck Natur/Kultur/Mensch setzen.

Foto © APASchwarm-Intelligenz: Der Mensch kann sich von der Natur immer etwas abschauen, wollen die Murauer unter anderem beweisen
"Der Gerwig blickt zufrieden gen Himmel", wurde gleich nach dem Juryentscheid lachend kolportiert. "Ach, ich hab' nur auf die Decke geschaut, was da gerade montiert wird", sagt er selbst. Denn auch wenn Gerwig Romirer Benediktinerpater ist und sich als Teamkoordinator "riesig freut und noch gar nicht weiß, was das bedeutet", so bleibt er doch auf dem Boden.
Das bedeutet: Murau richtet die REGIONALE12 aus. Die Jury um den Vorsitzenden Peter Pakesch urteilte gestern einstimmig und lobte die Bewerbung des Bezirks als "stringentestes, vielschichtigstes Konzept, dass die Region hervorragend darstellt und einen großen Schub für die Regionalentwicklung bringen wird".
Zum zweiten Mal nach dem Anlauf für die regionale10 unter den letzten Drei, konnte Murau somit Leibnitz und Deutschlandsberg hinter sich lassen, wo man auf die Themen Jugend und Tanz bzw. Grenzgebiet als Chance gesetzt hatte. Mit Maren Richter (42), der designierten Intendantin aus Oberösterreich, kann man nun darangehen, das mit vier Millionen Euro dotierte Festival im Detail zu planen.
"Treibholz - Landschaft in Bewegung" lautet das Motto der Murauer, mit dem man auf das Dreieck Natur (als Kulturlandschaft), Kultur (von der Natur geprägt) und Mensch setzt. Es werde kein Dacapo der Landesausstellung 1995 geben, aber das im übertragenen und wahrsten Sinn des Wortes gewachsene Thema Holz spiele freilich eine tragende Rolle. "Schließlich gibt es im Bezirk 3.000.000 Nadelbäume, 300.000 Laubbäume und 30.000 Menschen", weiß Romirer.
Hinter diesen plakativen Zahlen stecke das immerwährende Lernen von der Natur, etwa bei Bewirtschaftungsfragen, betont Romirer. Deshalb habe sich das Thema Bionik angeboten. Ob Spinnennetze für Elastikdrähte oder Kletten für Reißverschlüsse: Erfindungen der belebten Natur lassen sich innovativ in Technik und Design umsetzen.
Romirer gibt das Beispiel der "Schwarm-Intelligenz", also wie sich Vogelschwärme nach einem ausgeklügelten Kommunikationssystem fortbewegen. "Nachzudenken, wie so etwas auch auf Menschen übertragbar ist, ist unheimlich spannend". Die Murauer können schon einmal üben: Der Sieg bei der Ausscheidung ist ein Höhenflug, beim Gleitflug bis zum ersten Vollmond im Juni 2012 sind aber Ausdauer und Zusammenhalt gefragt.
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Mit der REGIONALE12 will man den Phänomenen nachspüren, welche die Wechselwirkungen zwischen Mensch, Landschaft und Kunst hervor bringen, will man durch Positionierungen der Kunst das Wahrnehmungspotential der Menschen provozieren, will man im interaktiven Spiel zu neuen Perspektiven hinführen und damit dem jahrtausendelangen Prozess der Bewegung einen weiteren kräftigen künstlerischen Impuls geben.
REGIONALE12
Zum Thema
Fakten
Die regionale gilt als Nachfolgerin der Landesausstellungen.
2008 fand das erste steirische Kulturfestival unter dem Motto "Diwan" im Großraum Feldbach statt.
Heuer richtete der Bezirk Liezen unter dem Intendanten Dietmar Seiler die regionale aus. Motto: "In der Mitte am Rand".












