Kein Haus, kein Geld
Hubert Hohenbichler, Oberwölz, klagt nach der Hochwasserkatastrophe im Vorjahr vergessen worden zu sein. Sein Haus hat einen Totalschaden.

Foto © EggerEs wirkt so, als ob das Haus von Hubert Hohenbichler jeden Moment in den Schöttlbach stürzen könnte
Rein optisch wirkt es so, als ob das Haus jeden Moment in das Gewässer stürzen würde. Lautstark tost der verbaute Schöttlbach Kunststufe für Kunststufe in die Tiefe, am 7. Juli des vergangenen Jahres ist er aber gestiegen. Immer höher und höher wurde der Wasserpegel, Hubert Hohenbichler blieb nur die Flucht auf eine nahe gelegene Anhöhe, um dort mit anzusehen, wie der wütende Bach sein Elternhaus zerstört.
Etwas mehr als ein Jahr ist ins Land gezogen. Dass die Stadt Oberwölz als Baubehörde ein Betretungsverbot ausgesprochen hat, ist beim Anblick des Hauses wenig verwunderlich. Dass ein Jahr später noch immer kaum Gelder geflossen sind, verwundert Hohenbichler allerdings. Eines Tages zurück in das Haus will er zwar nicht, sagt der 58-Jährige, der nun bei seiner Freundin lebt. Eine finanzielle Vergütung aus öffentlicher Hand - wie sie auch jedem anderen Opfer zusteht - will er aber klarerweise sehr wohl.
Ablöse
"Warum das Haus in der Erstphase nach der Katastrophe nicht zur Ablöse gestanden ist, lässt sich heute nur mehr schwer nachvollziehen", gesteht der Murauer Katastrophenschutzreferent Thomas Kalcher. In Niederwölz etwa seien einige zerstörte Objekte abgelöst worden, das wäre auch in diesem Fall die optimale Lösung gewesen.
Nach dem Unglück im Vorjahr wurde ein gewisser Betrag zur Verfügung gestellt, um die Schäden abzudecken. Kalcher: "Es ist noch nicht alles abgeschlossen, und mehr als dieses Geld habe ich nicht."
Mit Hohenbichler soll in den nächsten Tagen ein Gespräch geführt werden: "Ich werde ihm einen gewissen Betrag anbieten können", sagt Thomas Kalcher.








