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Zuletzt aktualisiert: 26.07.2012 um 19:32 UhrKommentare

Politiker beim Lokalaugenschein: "Aus Fehlern lernen"

Lokalaugenschein am Tag sechs nach dem verheerenden Murenabgang im obersteirischen St. Lorenzen im Paltental: Berlakovich forderte Bauverbot in roten Gefahrenzonen für ganz Österreich.

Foto © APA/Bundesheer

Umweltminister Nikolaus Berlakovich und Landesrat Johann Seitinger (beide V) machten sich am Donnerstag ein Bild von den fortschreitenden Aufräumarbeiten. Berlakovich stockte die 1,5 Millionen Euro Soforthilfe um weitere 500.000 Euro auf, meinte aber, dass es nie einen 100-prozentigen Schutz geben könne.

Der Umweltminister unterstrich seine Forderung nach einem Bauverbot in roten Zonen. In der Steiermark und in Niederösterreich sei es zwar schon gesetzlich vorgesehen, aber nicht in den übrigen Bundesländern: "Das Verbot ist überall nötig. In Österreich stehen rund 400.000 Gebäude in gefährdeten Zonen." Er appellierte an die Bürgermeister betroffener Gemeinden. Sie dürften nicht dem Druck der Häuslbauer nachgeben und müssten Bewilligungen verweigern und den Vorgaben der Gefahrenzonenpläne folgen.

Prioritätenlisten umreihen

Seitinger sprach bei seinem wiederholten Besuch in der betroffenen Region von "einmaligen Bildern, die sich im Kopf eingeprägt" hätten. Er begrüßte die nun gesamt zwei Millionen Euro, die als Soforthilfe für Schutzbauten zur Verfügung stünden. "Nach Oberwölz 2011, Hatzendorf 2009 und anderen Schadensereignissen mussten die Prioritätenlisten ständig umgereiht werden", meinte der Landesrat. Die Leute hätten dafür kein Verständnis mehr, dass "ihre" Projekte infolge neuerlicher Ereignisse zurückgestellt würden und mit den "frischen Mitteln" neue Schutzmaßnahmen abgearbeitet werden.

Auch von Schuldzuweisungen und der Suche nach Verantwortlichen nach Extremereignissen wie in St. Lorenzen halte er, Seitinger, wenig: "Es macht keinen Sinn, den Schwarzen Peter hin und her zu schieben". Es seien früher Fehler bei Baubewilligungen gemacht worden: "Die Irrtümer zahlen wir nun, aber damals hat man wohl nicht geahnt, was u.a. mit dem Klimawandel noch kommt." Aus den Fehlern müsse man lernen.

Vorwarnung der Bewohner per SMS

Bei einem Blick in die Zukunft der Warnsysteme erwähnte Seitinger eine mögliche Vorwarnung der Bewohner per SMS: "Diesmal ist es uns gelungen, Wildon vor möglichem Hochwasser zu warnen. In Zukunft wollen wir die Besitzer von Hochwasser gefährdeten Gebäuden direkt per SMS möglicherweise schon 36 Stunden davor warnen."

Im verwüsteten Ort St. Lorenzen wurde am Donnerstag trotz strömenden Regens weiter aufgeräumt. Etwa ein Dutzend Autowracks waren in den vergangenen Tagen geborgen und auf einem provisorisch eingerichteten Autofriedhof an der B113 abgestellt worden. Ein Baggerfahrer bearbeitete das Bett des Lorenzenbachs, in der Klamm schafften Bundesheerpioniere weiterhin Bruchholz weg.

Quelle: APA

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