Wegen großen Andrangs: Casting für die Sternsinger
13.000 Mädchen und Buben sind ab Dienstag in der Steiermark unterwegs, um für Hilfsprojekte zu sammeln. In der Pfarre Gnas musste sogar ein "Aufnahmestopp" verhängt werden, weil es so viele Freiwillige gab. Um dem Andrang Herr zu werden, wurde in Oberwölz ein Casting für die angehenden Sternsinger veranstaltet.

Foto © MARIJA KANIZAJ Bis zum 8. Jänner ziehen 13.000 Kinder als Sternsinger in der Steiermark von Tür zu Tür
In Eiseskälte ziehen sie von Haus zu Haus. "Wir folgten dem Stern, so hell und klar, er kündet die Geburt eines Königs fürwahr", bringen die Sternsinger die frohe Botschaft ins Land. Mit Stern, Krone und Spendenbüchse ziehen ab heute mehr als 2000 Sternsingergruppen in der Steiermark umher, um Geld für Hilfsprojekte in Entwicklungsländern zu sammeln und den Haussegen zu spenden.
"Heuer beteiligen sich 13.000 Kinder am Sternsingen, davon sind zwei Drittel Mädchen", sagt Julia Radlingmayer von der Dreikönigsaktion, dem Hilfswerk der Katholischen Jungschar. Für die Kinder und Jugendlichen ist es Ehrensache, am Sternsingen teilzunehmen.
Großer Andrang
In der Pfarre Gnas musste sogar ein "Aufnahmestopp" verhängt werden, weil es so viele Freiwillige gab. Im Murtal hat man deshalb einen modernen Weg eingeschlagen. Um dem Andrang Herr zu werden und gleichzeitig eine stimmliche Auslese zu schaffen, wurde in Oberwölz gemeinsam mit der Musikhauptschule ein Casting für die angehenden Sternsinger veranstaltet.
Hintergrund: Kampf um Kinderrechte
MANILA. Armut, Gewalt und Kinderarbeit sind nur einige der Probleme, mit denen die Bewohner der Armutsviertel im Großraum von Manila (Metro Manila) zu kämpfen haben. Fast zwölf Millionen Menschen leben in und um die Hauptstadt der Philippinen, dem Schwerpunktland der heurigen Spendenaktion der Sternsinger.
80 Prozent der Einwohner des Landes, das aus mehr als 7000 Inseln besteht, müssen mit weniger als zwei Euro pro Tag auskommen, ein Viertel ist von Hunger betroffen. Jeder Zweite hat keinen Zugang zu Gesundheitseinrichtungen, genauso viele verfügen über keine ausreichende soziale Absicherung. Im Gegenzug dazu weisen die Philippinen die höchste Geburtenrate des gesamten asiatischen Kontinents auf, knapp 200 Babys kommen pro Stunde zur Welt. Doch die meisten davon erwartet kein schönes Leben: 1,5 Millionen Kinder leben auf der Straße. Viele können ihr Überleben nur sichern, indem sie betteln, stehlen oder sich prostituieren.
Mit den Spenden der Sternsinger unterstützt die Dreikönigsaktion auf den Philippinen rund 50 Projekte, die sich unter anderem gegen Gewalt gegen Frauen und Kinder sowie für deren Rechte einsetzen.
In Graz sieht es da schon anders aus. Während die Heiligen Drei Könige in den Randbezirken flächendeckend von Haus zu Haus ziehen, ist das in der Innenstadt nicht möglich. "Hier gibt es immer weniger Sternsinger", so Radlingmayer, obwohl immer mehr Haushalte abgedeckt werden müssten. Um sich zu vergewissern, wo die Sternsinger tatsächlich vorbeikommen, werden in jeder Pfarre Pläne mit Routen und den voraussichtlichen Besuchszeiten ausgehängt. "Ist die eigene Straße nicht abgedeckt, kann man sich mit der zuständigen Pfarre einen Termin ausmachen", erklärt Radlingmayer.
Fast 2,7 Millionen Euro wurden im vergangenen Jahr für rund 500 Projekte in 20 Entwicklungsländern gesammelt. 1954/55, als die Katholische Jungschar das erste Mal Sternsinger losschickte, waren es umgerechnet 3080 Euro. Davon hat man drei Motorräder für die Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft gekauft.
Features
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Fakten
85.000 Sternsinger sind bundesweit unterwegs. 14,8 Millionen Euro wurden 2010 ersungen.
Spenden: RLB Steiermark, BLZ 38000, Kto. 304.501.









