Zigarette und Popkorn: Im Kino wird wieder geraucht
Im Fohnsdorfer Diesel Kino darf wieder überall geraucht werden. Ausschlaggebend ist die Anzahl der Kinoplätze. Murtaler Wirte leiden indes unter dem Rauchverbot.

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Es hört sich zwar komisch an, ist aber so: In den Restaurants im Diesel Kino Fohnsdorf darf ab sofort wieder überall geraucht werden. Grund dafür ist ein Geniestreich des Kinobesitzers, der herausfand, dass auch Kinobesucher ganz normale Konsumenten sind. "Im Kino wird Popcorn gegessen und getrunken. Es handelt sich also auch um Konsumationsplätze, die zu den anderen beiden Restaurants dazugezählt werden können", erklärt Pächterin Sabine Rainer, die auch in Kobenz ein Lokal betreibt. So wird der kostenintensive Umbau in den Kinorestaurants - eingezogen wurden mehrere Glaswände - hinfällig. "Da kann man nichts machen", seufzt Rainer.
Tankstellen-Cafe
Auch nicht glücklich mit dem seit 1. Juli in Kraft getretenen Rauchergesetz ist Mario Krassnitzer, Pächter der OMV-Tankstelle in Murau. "Seit wir das Rauchen verbieten müssen, habe ich im Tankstellen-Cafe einen Rückgang von 80 Prozent. Ich werde das aber schnell ändern", so Krassnitzer, der in Zukunft das Lokal räumlich trennen will. "Ich werde eine Wand einziehen und hoffe, dass sich die Situation dann bessert", so Krassnitzer.
Abgefunden mit dem partiellen Rauchverbot hat sich Hildegard Steinkellner, die seit 15 Jahren ein Kaffeehaus in Judenburg betreibt. "Bei mir herrscht im unteren Stockwerk Rauchverbot", erklärt sie. Platz für rauchende Gäste gibt es im oberen Geschoss des Lokals.
"Ich habe das von Anfang an so gehandhabt und die Gäste stören sich an dieser Lösung nicht", so Steinkellner. Auch für ihre drei Judenburger Stammgäste Karl Mayer, Rudolf Menzinger und Gerhard Kühnelt ist das Rauchverbot im Thekenbereich sehr angenehm. "Ich bin sowieso generell für ein Rauchverbot und gegen diese umständliche Lösung", stellt Kühnelt fest.
Dafür bedauert Karl Köckinger, Inhaber des Cafes Checkpoint Charly in Frojach, seinen leer gewordenen Wintergarten. "Das ist mein schönster Platz im Lokal, aber seit man dort nicht mehr rauchen darf, ist er leer", erklärt Köckinger, der die Raucherregelung besonders straff einhält.
Anzeigen
Aber nicht jeder Gastronom hält sich an das Gesetz. In Judenburg hagelte es bereits zwölf Anzeigen wegen Verstoß gegen das Rauchergesetz. In Knittelfeld gab es zwei Anzeigen - eine anonyme und von einer Privatperson -, in Murau rund fünf. Eine Knittelfelder Anzeige kostete einen Wirt zwar nur 100 Euro, aber Vorsicht ist geboten:. Denn: "Eine Strafe kann bis zu 10.000 Euro kosten", so Peter Plöbst von der Bezirkshauptmannschaft Judenburg.
Features
TABAKGESETZ
Das neue Raucher- und Tabakgesetz trat heuer per 1. Juli in Kraft. Dadurch wurde die Trennung in einen Raucher- und einen Nichtraucherbereich ab einer bestimmten Lokalgröße (80 Quadratmeter) oder Sitzplatzanzahl unumgänglich.
Strafen: Bei Verstößen sind zwischen 100 Euro und 10.000 Euro zu bezahlen.
Anzeigen: Im Bezirk Judenburg gab es bis dato zwölf Anzeigen bei der Bezirkshauptmannschaft, im Bezirk Knittelfeld zwei. In Murau wurden rund fünf Wirte angezeigt.
Trickreich: Im Diesel Kino Fohnsdorf wurde erlaubt, die Anzahl der Kinoplätze zu den bereits bestehenden Restaurantplätzen hinzuzuzählen. Dadurch darf nun wieder überall in den Kinolokalen geraucht werden.








