Mit viel Herz bei der Sache
Trachtenschneider, Handwerker, Sänger, Wirte und Musikanten - sie alle halten die steirische Tradition hoch und sind auch beim Aufsteirern dabei. Die Kleine Zeitung stellt fünf von ihnen vor, stellvertretend für all jene, denen die Tradition der Heimat eine Herzensangelegenheit ist.

Foto © HoffmannSeit acht Jahren spielt Julia Schneck Altsaxofon
Gemeinsam spielen
Das goldene Altsaxofon wurde ihr zwar noch nicht in die Wiege gelegt, doch bereits im zarten Alter von acht Jahren hat Julia Schneck aus Walstern ihre Musikerkarriere begonnen. Weiter ging es dann in der Mariazeller Musikschule, wo sie sechs Jahre lang nachmittags in die Saxofon-Klappen griff. Und vor einem Jahr kam dann der Einstieg in die Stadtkapelle Mariazell. "Die gemeinsamen Auftritte und das Zusammenspielen mit den Musikerkollegen mag ich an der Blasmusik so gern", erklärt die 16-Jährige, warum sie mit den Big-Band-Proben aufgehört und sich ganz der Blasmusik gewidmet hat. Das Saxofonspielen ist auch Julia Schnecks Hobby, ganz nebenbei besucht sie noch die Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik in Bruck an der Mur und trifft sich gern mit ihren Freunden. Dann aber ohne das goldene Saxofon um ihren Hals.
Glocken in Kalkutta
Johann Schweiger ist ein starker Mann. Stärke braucht's, um glühend heißes Eisen in Form zu schlagen. "Doch um die Kraft geht's eigentlich nicht, denn die kommt mit der Arbeit von selbst", sagt der 47-jährige Kunstschmied.
Was seinen Beruf ausmacht, ist einerseits Fleiß und auch Kreativität. 1993 hat sich der Donnersbacher als Kunstschmied selbstständig gemacht, für den Fortbestand des Familienbetriebs ist mit Sohn Michael auch schon gesorgt. Besonders stolz ist Schweiger auf die über 2500 Klöppel von Kirchenglocken aus seiner Werkstatt, die sogar Glocken in Kalkutta zum Klingen bringen.
Die Tracht gehört einfach zu den Steirern
Den 9. 9. 1999 hatte sich Renate Kraft als Gründungstag für ihr Trachtenlabel Gössl ausgesucht, seit damals ist sie erfolgreiche Inhaberin. Und das aus Überzeugung.
"Ich bin mit Tracht aufgewachsen und finde, Tracht gehört einfach zu den Steirern." Deshalb wird man die 49-Jährige auch immer in Tracht antreffen. "Egal ob beim Wandern in Jeans und Strickweste oder im Frühling mit einem Dirndl", sagt die gebürtige Murauerin. Identität, Wurzeln, Heimat - diese Schlagwörter verbindet Kraft mit Tracht und passt damit wunderbar zum Aufsteirern, wo sie bei der Fashionshow dabei war.
Singen, egal ob's wehtut oder lustig ist
"Singen ist eine Lebenseinstellung", ist der Leitsatz von Bernhard Brandl. Und der Satz gilt, egal ob's gerade lustig oder traurig ist im Leben, "egal ob's wehtut oder fad is', singen gehört immer dazu", ist der 45-jährige Brucker überzeugt.
Von klein an hat das Singen Brandls Leben begleitet, und das hat er auch seinen Kindern mitgegeben. "Mit unseren Kindern haben wir vor jedem Essen gesungen". Mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern tritt der Musikschullehrer als die Brandl Sänger mit Geigenmusi auf. Und die gibt's beim Aufsteirern zu hören, "mit authentischer Volksmusik und Jodlern".
Ein wilder Wirt
Seit neun Jahren ist Andreas Haas Hausherr im Gasthof Egger in Gollrad und hat sich dort einen Namen als wilder Wirt gemacht.
Der Name steht für die zehn Monate im Jahr, die im Gasthof steirisches Wild auf der Speisekarte steht. "Wir verwenden nur Wild aus der Region", ist Haas besonders stolz. Der große Renner auf der Karte des 43-Jährigen ist das gebackene Hirschkalbschnitzerl mit Eierschwammerl-Fülle, Haas selbst allerdings gibt geröstete Rehleber als seine Lieblingsspeise an. Seit vier Generationen ist das Gasthaus bereits Familienbetrieb, "und das soll auch so bleiben", sagt Haas.












