Echt foul: Doch kein Torjubel im Burghof
Kein öffentliches WM-Fieber in Judenburg, Knittelfeld, Murau, aber extragroße Bildschirme bei Wirte.

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Knapp vorbei ist auch daneben: Die Judenburger kommen nicht in den Genuss, bei Halbfinali und Finale der Fußball-Weltmeisterschaft vor einer Großbildleinwand im Burghof mitzufiebern. Der Hauptsponsor verpasste den Veranstaltern vor wenigen Wochen ein schweres Foul und sagte ab. "Dabei hatten wir schon ein tolles Rahmenprogramm mit dem FC Judenburg fixiert, hätten die Leinwand auch für Open Air Kino und Operetten genutzt", bedauert Hannes Dolleschall. Aber die 13.000 Euro für die Miete - ohnehin schon ein Sonderpreis - lassen sich nun nicht mehr aus der Tasche zaubern.
Dolleschall will aber mit Michael Marn und Sebastian Waidhofer ein längerfristiges Konzept für Public Viewing erdribbeln, um künftig in der Stadt Fußball, Schirennen, Kino und Kultur in Stadionatmosphäre aufzuziehen. Oberste Priorität: Verträge mit Sponsoren, die den gefassten Plan überdauern.
In Knittelfeld verzichtet das Stadtmarketing wegen des spärlichen Erfolges bei Euro und Nachtslalom auf Public Viewing. "Wir haben auch den passenden Platz nicht, und das Drumherum ist zu viel Aufwand", erklärt Helfried Mörtl, der die Eisenbahner nicht für extra fußballbegeistert hält. Zudem sind in Knittelfeld die Music Nights angesagt.
Zu Hause
Wir sind schon fußballbegeistert, aber die Leute schauen lieber zu Hause", zahlt sich für Kulturhauschef Peter Moitzi ein größerer Bildschirm nicht aus. Einen solchen deponiert Bachwirt Josef Hölzl abhängig vom passenden Wetter in seinem Gastgarten - in einer "Nische", damit andere ungestört essen können.
In rechtlicher Hinsicht sind in Gaststätten Megafernseher, Beamer und Videowall bis zu einer gewissen Größenordnung kein Problem, sofern kein Eintritt verlangt wird: "Wirtschaftskammer und AKM haben diese Möglichkeit ausverhandelt und bieten sie an", informiert Muraus Wirtesprecher Adolf Lercher. Und viele würden sie nützen.
Er selbst etwa an seiner Theke - aber nicht nur, weil er mit Dreihaubenkoch Erich Pucher einen glühenden Fan des heißen Spiels am grünen Rasen im Haus hat. "So können die Spiele im Kreise Interessierter angeschaut werden", freut sich Lercher außerdem, dass die Matches am Abend laufen - nicht unideal für einen Besuch im Gasthaus und das Geschäft der Wirte.
Und so soll in Murau etwa auch beim Egidiwirt und beim Platzhirsch live und fast wie im Kino mitgefiebert werden, ob die Spanier ihrer Favoritenrolle gerecht werden, Lionel Messi auch im argentinischen Team Zauberfußball auf den Rasen legt oder die Deutschen ohne Michael Ballack als Kampfmannschaft trumpfen.
Features
Zum WM-Schauen nach Graz
Im Murtal gibt es anlässlich der Fußballweltmeisterschaft kein öffentliches Fußballschauen, auch bekannt als Public Viewing.
Wer seine Lieblingsmannschaft dennoch gemeinsam mit anderen Fans anfeuern will, hat in Graz ausreichend Gelegenheit dazu.










