"Stadt zu Tode geschützt"
Einkaufszentrum in der Innenstadt von Murau ist geplatzt. Denkmalschutz schob in letzter Sekunde einen Riegel vor.

Foto © HaselmannBürgermeister Kalcher
Kommenden Montag sollten die Bagger in der Anna-Neumann-Straße in Murau auffahren und das alte Gerberhaus dem Erdboden gleich machen. An dieser Stelle sollte ein Einkaufs- und Dienstleistungszentrum samt Wohnungen entstehen.
Dieses Projekt ist gestorben. In letzter Sekunde hat das Bundesdenkmalamt einen Riegel vorgeschoben. "Das Gebäude wurde mit Bescheid vom 27. Mai unter Denkmalschutz gestellt, somit wurde die Umsetzung des Projektes unmöglich gemacht", bedauert Bürgermeister Thomas Kalcher. Und fügt hinzu: "So kann man eine Stadt zu Tode schützen."
Damit sind mehrere Monate Vorarbeit mit einem Schlag zunichte gemacht. Wie berichtet, sollte unter dem Arbeitstitel "Zurück ins Zentrum" ein rund tausend Quadratmeter großes, dreigeschoßiges Zentrum entstehen. Der Abbruchbescheid für das alte Gerberhaus war bereits draußen.
Weil das Projekt gescheitert ist, geht das Haus nun in das Eigentum der Stadt über. So war es mit Projektentwickler Christian Unger vereinbart, der rund 1,3 Millionen Euro in das Zentrum stecken wollte. Die Stadt hätte 350.000 Euro an Wirtschaftsförderung lockergemacht. Wie bereits entstandene Kosten gedeckt werden, muss ausverhandelt werden.
Bürgermeister Thomas Kalcher ist enttäuscht: "Es ist einfach zermürbend, wenn man in wirtschaftlicher Hinsicht etwas weiterbringen will, und dann passiert so etwas." Ähnlich Investor Christian Unger: "Es gibt einen rechtsgültigen Abbruchbescheid, wir haben stark aufs Ortsbild Rücksicht genommen, dann gibt es noch ein Gremium, das alles mit einem Federstrich verhindern kann - meinem Rechtsempfinden entspricht das nicht."








