Höherer Milchpreis und Umsatzrückgang
Die Obersteirische Molkerei hat das Krisenjahr 2009 überstanden. Gestern zogen Geschäftsführer und Obmann in Knittelfeld Bilanz und stellten zukünftige Projekte vor.
Quelle © Filmvorschau | Foto: KLZ Digital Milchpreis ist um 2,26 Cent gestiegen
Es war ein erfolgreiches Jahr für die Obersteirische Molkerei", zog Friedrich Gruber, Obmann der Obersteirischen Molkerei (OM), gestern in den Räumlichkeiten des Milchbetriebes Bilanz. Gruber meinte dies aber angesichts des Krisenjahres 2009. Die Zahlen sehen nämlich nicht so rosig aus. "Der Umsatz ist um 13 Prozent auf 80 Millionen Euro im letzten Jahr zurückgegangen", so Geschäftsführer Friedrich Tiroch.
Ein weiteres unerfreuliches Ereignis in jüngster Zeit stimmt Gruber und Tiroch auch ein wenig traurig. "45 Milchlieferanten aus den Bezirken Kapfenberg und Murau haben ihre Verträge bei uns gekündigt", so Gruber. So seien diese Bauern vor allem in den Grenzregionen der Bundesländer zu finden. Ab 1. April dieses Jahres liefern diese Milchbauern, die auch aus der Genossenschaft ausgeschlossen wurden, bereits keine Milch mehr an die OM. Neuer Partner für die 45 "Abtrünnigen" ist die Freie Milch GmbH.
Doch neben den weniger erfreulichen Zahlen und dem Verlust der 45 Milchlieferanten können sich die Leiter der OM wenigstens über den angehobenen Milchpreis freuen. "Wir liegen 2,26 Cent über dem Preis vor einem Jahr. Derzeit gibt es also für die Bauern rund 34 Cent pro Liter", ließ Tiroch wissen.
Auch für zukünftige Projekte sind die beiden OM-Chefs offen. "Wir arbeiten derzeit an einem Kooperationsprojekt an unserem Standort in St. Michael", so Gruber. So gibt es bereits Pläne für die Errichtung eines Verkäsungsbetriebes in der Gemeinde im Bezirk Leoben.
"Wir stellen jetzt erste Berechnungen an, aber es könnte natürlich eine Möglichkeit sein", drückte sich Fritz Tiroch gestern noch etwas vage gegenüber der Presse aus.
Mehr Milch
Derzeit beliefern rund 1900 Bauern die OM mit Milch. Im Vorjahr wurden alleine 135,8 Millionen Kilogramm Milch geliefert. "Das bedeutet einen Anstieg von 1,25 Prozent, also 1,7 Millionen Kilogramm Milch", freute sich Fritz Tiroch.
Neben dem Lebensmittelbereich kann auch Dieter Hölzl, Geschäftsführer der OM-Tochterfirma Landforst (Lagerhaus), von wichtigen Entwicklungsschritten berichten. "Wir haben zwar einen Umsatzrückgang von 12,9 Prozent auf 112,3 Millionen Euro, aber das liegt vor allem am Krisenjahr", so Hölzl.
Landforst-Investition
Aber: "Wir haben heuer noch einiges vor. Zum Beispiel werden wir rund vier Millionen Euro in unseren Landforst-Standort in Kapfenberg investieren", so Hölzl. Weiters hat die Firma Landforst in Fohnsdorf ein Holzenergiezentrum am Standort des ehemaligen Lagerhauses in Betrieb genommen. "Die Leitung hat Karl Stadlober übernommen, ein absoluter Fachmann auf diesem Gebiet", so Hölzl.








