Obersteirischer Lehrling misshandelt und ausgeraubt
Elf Tage lang lebte ein 18-jähriger Obersteirer in Angst vor einem Arbeitskollegen und dessen Freunden. Er traute sich zuletzt nicht einmal mehr zur Arbeit. Jetzt wurde das Trio verhaftet.

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Es ist ein unglaubliches Martyrium, dass ein 18-jähriger Lehrling aus dem Bezirk Murau in den letzten Tagen durchmachen musste. "Aus Angst hat er geschwiegen und lange keine Anzeige erstattet", betont Wolfgang Ofner von der Raubgruppe des Landeskriminalamtes, die den drei mutmaßlichen Tätern nun das Handwerk legen konnte.
300 Euro hatten die drei Burschen mit bosnischem und türkischem Migrationshintergrund - ein 18-jähriger Arbeitskollege, dessen 19-jähriger Cousin, den das Opfer aus der Berufsschule kannte, und ein 21-jähriger Freund - von dem Obersteirer gefordert. Angeblich wegen eines defekten Laptops, den er ihnen im Sommer verkauft hätte, gab das Trio bei der Einvernahme an.
Um die "Forderung" glaubhaft zu machen, wurde die Tür zur Grazer Wohnung des Lehrlings eingetreten, ihm ein Fixiermesser an den Hals gesetzt und Geld verlangt. Der 18-Jährige hatte jedoch nur 100 Euro, weshalb die Lehrlinge ihn geschlagen, getreten und mit dem Umbringen bedroht haben sollen.
Elektroschocker als Waffe
Eine Woche später wiederholte sich das Schreckensszenario, diesmal wurden aus der Wohnung Geld und Elektrogeräte geraubt. Der Obersteirer sah schließlich keinen Ausweg mehr, als bei seiner Firma um einen Gehaltsvorschuss anzusuchen. Als er ihn nach der Arbeit abholen wollte, kam der Arbeitskollege mit. Und auch der Cousin stieg später in den Wagen ein, mit einem Elektroschocker in der Hand. Die 200 Euro reichten den mutmaßlichen Tätern dann doch nicht: Kaum in der Wohnung zurück, war auch der 19-Jährige schon wieder da. Diesmal soll er einen Laptop geraubt haben.
Angesichts der ausweglosen Lage meldete sich der Lehrling krank. Er tauchte zuerst bei Freunden unter, fuhr dann heim. "Er hat sich nicht mehr nach Graz getraut", so Ofner. Am Sonntag vertraute sich der Bursche, der immer wieder Verletzungen erlitten hatte, schließlich der Mutter an. Und diese erzählte alles einem befreundeten Polizisten.
Am Dienstag konnte die Raubgruppe nun das Trio festnehmen. In einer Wohnung der Burschen wurden übrigens nicht nur die Elektrogeräte des Opfers gefunden. "Wir fanden auch verbotene Waffen, Schlagringe und Stahlruten", berichtet Wolfgang Ofner.








