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Zuletzt aktualisiert: 29.01.2010 um 20:26 UhrKommentare

Perlend wie eine Quelle, bunt wie ein Bild von Monet

"Meister von morgen" glänzten mit Potpourri an musikalischen Preziosen in Gabelhofen. Ein freudiger Säbeltanz.

Ein in der Steiermark einzigartiges Projekt

Foto © OberrainerEin in der Steiermark einzigartiges Projekt

Setzt sich an den Steinway und lässt einen Rachmaninoff durch den Saal wogen, als ob das Prelude eine etwas bessere Fingerübung wäre. Atemberaubend spätromantisch, sauschwere Klavierliteratur. Nahezu schnitzerfrei, auswendig, und neben all der Technik interpretiert der junge Patrick Hahn mit Gefühl. Wie die anderen "Rohdiamanten", die Donnerstag Abend in Gabelhofen im Sinn der guten Rotary-Sache als "Meister von morgen" ein breites Potpourri an musikalischen Preziosen boten.

Von Blockflöte bis Flügelhorn - eine detaillierte Aufzählung würde den Rahmen sprengen, jedenfalls: Ein steiermarkweit einzigartiges Projekt vereinte die fünf Murtal-Musikschulen sowie die Kunstuniversität Graz unter dem organisatorischen Taktstock von Direktor Wolfgang Messner und Nora Sippel-Kindermann hinter dem Notenpult. Dem Ergebnis lauschten die Ohren von rund 250 Gästen im vollen Friedrich-Nietzsche-Saal: von Schubert und Poulenc bis zum musikalischen Humorist Haydn.

Ja, auch eine Volksweise kugelte sich dazwischen, geriet zu einem liebenswert flotten Auftritt von Thomas Gitschtaler auf der Steirischen mit seiner Mama Silvia (Okarina). Wie Andrea Kreis und Iris Liebminger von der Musikschule Murau, die auf Harfe und Querflöte einen impressionistischen Ibert interpretierten - perlend wie eine geheimnisvolle Quelle, bunt wie ein Gemälde von Monet. Das elegante Bild einer jungen Dame mit ihrer Querflöte gab Christina Bilek, mehrfach preisgekrönt wie die anderen kleinen, großen Talente. Mit vier ihrer Studenten hatte Maria Zgubic (Kunstuni) teilgenommen, die Klavierpädagogin moderierte auch den Abend.

Ungeniert

"Ich hoffe, dass das der Auftakt einer weiteren gedeihlichen Zusammenarbeit ist", sollte Zgubic abschließend lächeln. Ihre Valentina Sungurlian, diese Woche sieben Jahre alt, spielte ungeniert das Allegro einer Mozart-Sonate, an der man normal als doppelt so alter Schüler noch stolpert. Ihr zeitgenössischer Boogie brodelte, und so cool wie bei Eiskunstlaufmeisterin Sophie Fournier muss ein Bach erst einmal daherschlittern. Professionell Pianistin Fateme Beytollahi mit einem "lebensbejahenden" Beethoven. Und der Zeltweger Bauer-Schüler Dominik Preis säbelte einen Khatchaturian aus dem Handgelenk, als ob sein Xylophon selbst in Tanzlaune wäre. Verneigung.

BETTINA OBERRAINER

Foto

Foto © Oberrainer

Andrea Kreis, Harfen-Schülerin der Musikschule MurauFoto © Oberrainer

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