Start der 19. Tour de Mur im salzburgerischen Muhr
Vom wackeren Hobby-Pedalritter zum Radfreund fürs Leben: Die Tour de Mur nahm am Donnerstag zum 19. Mal im salzburgerischen Muhr ihren Ausgang. Lokalaugenschein am Start im Lungau.

Foto © Sonja HaiderSiegfried Petzner, Johannes Fuchs, Fritz Wallner und Michael Rantner radeln immer gemeinsam
Es ist 7 Uhr früh in Muhr. Friedrich Hofko ist startklar. Kein Wunder, denn der rüstige Pensionist legt im Jahr 30.000 Kilometer mit dem Fahrrad zurück. In den nächsten zwei Tagen kommen noch einmal 340 Kilometer dazu. Hofko ist nämlich einer der zahlreichen Teilnehmer der Tour de Mur, die zum 19. Mal im salzburgerischen Muhr (Lungau) gestartet wurde.
Radspektakel. Wie viele andere reist Friedrich Hofko extra jedes Jahr in die Steiermark, um das Radspektakel live zu erleben: "Diese Tour ist für mich immer wieder ein Erlebnis. Purer Genuss am Fluss und dabei tun wir alle sogar noch etwas Gutes für den Klimaschutz", meint der 67-jährige schelmisch.
Mur-Grünschnabel. Gegen ihn ist Thomas Kalcher, Murauer Ortschef und Tour de Mur-Grünschnabel, das, was man einen Hobby-Pedalritter nennt. "Ich fahre heuer zum ersten Mal mit und bin schon ganz gespannt, wie es mir ergehen wird. Es kann ja im schlimmsten Fall nur schief gehen", lächelt Kalcher gequält vor dem Start. Und das Training hat der Murauer Gemeindechef auch so gut wie immer ausfallen lassen. "Ich habe mich so gut vorbereitet wie es ging. Nämlich gar nicht", grinst Kalcher.
Schrauben anziehen. Es ist 8 Uhr. Der Ortskern von Muhr füllt sich von Minute zu Minute. Immer mehr Tour-Teilnehmer radeln an den Start und schrauben noch schnell die wichtigsten Teile an ihrem Drahtesel fest, denn in einer halben Stunde geht es los. Auch Andreas Schitt aus Murau, der in einer 40-köpfigen Gruppe die Tour de Mur bezwingen möchte, zückt den Schraubenschlüssel und fixiert seinen Sattel. Für ihn ist die Tour die pure Verbindung von Gemeinschaft und Sport: "Es ist einfach ein tolles Gefühl dabeizusein. Man lernt immer neue Leute kennen", meint Schitt.
Noch 15 Minuten. Hubert Gruber düst angespannt durch die Straßen. Der ehemalige Bürgermeister von Muhr und Miterfinder der Tour de Mur checkt mit Hans Köstner noch die letzten Details vor dem Start. "Wir haben jedes Jahr ein professionelles Team. Ohne diese Leute würde das nicht funktionieren", meint Köstner und verschwindet schon wieder in der Menge. Etwas entspannter sind die vier alteingesessenen Tourteilnehmer Siegfried Petzner, Johannes Fuchs, Fritz Wallner und Michael Rantner, die schon das elfte Mal gemeinsam in die Pedalen treten.
20. Jubiläum. "Wir haben uns auf der Tour de Mur kennengelernt und seitdem radeln wir immer gemeinsam", verrät Radfreund Michael Rantner. Nur wenige Minuten trennen die Radfahrer vom Startschuss. Friedrich Hofko hat sich schon ins vordere Startfeld eingereiht. Schnell gibt Pfarrer Peter Schwaiger den Segen und los geht es. "Ich freue mich schon auf nächstes Jahr. Da feiern wir unser 20. Jubiläum. Aber jetzt bin ich froh, dass alles so gut geklappt hat", strahlt Hans Köstner.
Features
19. TOUR DE MUR
Gegründet von Hans Köstner und Hubert Gruber, führt die Tour in drei Etappen von Muhr nach Bad Radkersburg. Neu sind heuer die Tour de Enns, Tour de Mürz und Tour de Lassnitz, die parallel stattfinden und mit der Tour de Mur verschmelzen werden.
Geradelt wird für den Klimaschutz, Barrierefreiheit und den Ausbau von Radwegen.










