Kaufkraft: Murau thront über Kitz
Die Kaufkraft wird nicht nur von hohen Einkommen beeinflusst, auch das regionale Preisniveau spielt eine Schlüsselrolle.

Foto © AP
Sind die Einkommen hoch, ist auch die Kaufkraft hoch. Eine These, die Marktforscher von OGM in ihrer Studie "Reale Kaufkraft in Österreich" widerlegen. Wie kommt's? Bei einer solchen Analyse spielt nicht nur die Höhe der Einkommen sondern auch das regionale Preisniveau eine entscheidende Rolle. Das heißt: Wie viel bekomme ich wo für mein Geld.
Einkommensniveau. Das führt dazu, dass etwa der steirische Bezirk Murau im Ranking über österreichischen Bezirken wie Salzburg-Stadt oder Kitzbühel thront, wo man gemeinhin die monetäre Hoheit des Landes wähnt. In Sachen Einkommensniveau ist das freilich auch der Fall, doch das wiegen die niedrigeren Preise in scheinbar weniger glamourösen Bezirken wie eben beispielsweise Murau wieder auf, so das Resümee bei OGM. Die Steiermark reiht sich bei der realen Kaufkraft auf Platz fünf ein. Die Lebenserhaltungskosten sind österreichweit gesehen am viertniedrigsten, beim Gesamteinkommen pro Kopf finden sich die Steirer im unteren Drittel wider, obwohl der Zuwachs der Gesamt-Einkommen in den letzten Jahren höher als in Gesamtösterreich ausgefallen ist. Unter dem Strich ist die reale Kaufkraft in Niederösterreich am höchsten, gefolgt von Wien, Oberösterreich und dem Burgenland.
Stadt-Land-Gefälle. Der Steiermark wird in dieser Studie ein starkes Stadt-Land-Gefälle attestiert. Hauptgrund für die unterschiedlichen Lebenshaltungskosten seien die Preise für das Wohnen und alle damit verbundenen Aufwendungen wie Betriebskosten oder Instandhaltung, die im ländlichen Bereich deutlich günstiger ausfallen würden. "Bei der Kaufkraft - mit Berücksichtigung der Lebenshaltungskosten - liegt der Zentralraum mit Graz und Graz-Umgebung dennoch weit über dem Steiermark-Schnitt, wobei das Umland deutlich zur Stadt aufholen kann", so das Resümee.
Kaufkraft in der Krise. Die gegenwärtige wirtschaftliche Krise werde der Kaufkraft ganz allgemein zusetzen. Insbesondere industriell geprägte Regionen, die auch einen hohen Anstieg der Arbeitslosigkeit verzeichnen, könnten das zu spüren bekommen. Aber auch Ballungsräume wie Graz.









