Der Wasserfloh, als Alien entlarvt
So viel Grenzgenialität muss sein: Wie viele Kilometer eine Jean in den Nähten hat und warum die Äffchen groggy waren. Mit Armin im wiedereröffneten Vivarium.
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Armin trägt heute, no na, eine Jean. Aber wie viele Kilometer hat sie zurückgelegt, vom Baumwollstrauch bis in einen Judenburger Shop? Wie fängt man einen Ölteppich, fressen Piranhas Menschen und welchen ökologischen Fußabdruck hinterlässt jemand, der täglich Fleisch isst? Fragen über Fragen. Man muss nicht immer alle Antworten wissen, aber es kann amüsant und spannend sein, ihnen spielerisch nachzuspüren. Fast grenzgenial. Eine Übertreibung?
Nun, "Grenzgenial" ist Titel jener interaktiven Ausstellung des ScienceCenter Netzwerks, mit der das Vivarium in Mariahof wieder Boden unter den finanziell weggesackten Füßen wettmachen will. Seit einer Woche probt die auf Sanierungskurs segelnde Erlebniswelt den Neustart. Ohne Wellnessbereich, aber zumindest bis Herbst noch mit dem schrecklichen Pfeilgiftfrosch. Und Romeo und Julia. So viel Romantik muss sein, im Leben eines Brillenkaiman-Pärchens in einem Regenwaldhaus mitten im Naturpark Grebenzen.
Also lieber grebenzgenial statt grenzgenial? Ist Armin Rastoder einerlei, er schwingt sich ins Promillegrenzen-GoKart und braust mit vier Bier intus durch den Ort. Wir tauchen mit dem 14-jährigen Hauptschüler aus Judenburg an diesem Vormittag ein in das neue Vivarium. Dauert fast virtuelle drei Sekunden, bis er auf die Bremse steigt. Gut, dass Armin im richtigen Leben gar kein Bier mag.
Aufwertung
"Die Ausstellung ist eine tolle Aufwertung" findet Claudia Gruber vom Tourismusverband Mariahof. Sie weiht uns in die Geheimnisse von Tintenzucker und Minimalflächen ein, begleitet von Patrick Miglar an seinem ersten Arbeitstag. Und sie staunt, als Armin den Wasserfloh sofort als heimisches Alien entlarvt. "Aliens unter uns", das sind nämlich hierzulande vor anno dazumal eingeführte Tiere und Pflanzen. Die Äffchen im Regenwaldhaus gehören natürlich nicht dazu, auch wenn eine sechsköpfige Rasselbande nun frei umhertollen darf. Gerade eben geben sie sich eher groggy, dürften sich bei der Busgesellschaft zuvor verausgabt haben.
Gerhild Krumlacher, Marketing- und Eigentlich-für-alles-zuständig-Frau, freut sich, dass bei vielen Schulen ein fixer Besuch im Vivarium eingeplant ist. Sie erklärt auch Armin die heimische und exotische Tierwelt. Dazu gehört natürlich die Geschichte von Crocodile Hunter, von einem Rochen direkt ins Herz gestochen. Ach ja, und die Leibspeise der Piranhas ist Rinderherz.
Noch ein wenig Genialität gefällig? Claudia Gruber nimmt es locker: "Es geht darum, selbst Erfahrungen bei Themen zu machen, über die man vielleicht nicht so viel weiß." Ideal für Klein und Groß. Und schon schlüpfen sie und Armin bei der nächsten Station in einen weißen Forschermantel. Seine Jean hat übrigens 50.000 Kilometer in den Nähten.
Vivarium Mariahof, Die bis So von 10 bis 17.30 Uhr, Tel. (03584) 20 05-0.









