Ein weltläufiger Grazer
Fred Ohenhens IKU gastierte in internationaler Breite in Deutschland.

Foto © FuchsIntegrationspädagoge Ohenhen: "Da siehst du die unterschiedlichsten Hautfarben - und es sind alles Deutsche"
Man könnte von einer internationalen Eingreiftruppe sprechen, die sich da unter Führung Fred Ohenhens in die brandenburgische Provinz begab. Ihre Mitglieder stammten aus Turkmenistan, dem Kosovo, Nigeria, Ghana, Äthiopien und Ruanda.
Drei Wochen lang führten sie an zwei Schulen im deutschen Annaburg und Jessen vor, was Fred Ohenhen hierzulande seit über elf Jahren äußerst erfolgreich praktiziert: Interkulturelles Kennenlernen, kurz IKU genannt. Der gebürtige Nigerianer hat dabei ein auf verschiedene Schultypen abgestimmtes Programm entwickelt, im Rahmen dessen sich die Schüler der Verschiedenheit aber auch der Übereinstimmungen zwischen verschiedenen Kulturen bewusst werden. Ziel ist der Abbau von unnötigen Ängsten und Hürden.
Afrikabild
Er selbst bietet den besten Schlüssel dazu: Ohenhens bezwingender Freundlichkeit und wacher Intelligenz kann man sich schwerlich entziehen. Und wenn es ein Beispiel für gelungene Integration bei gleichzeitigem Erhalt der kulturellen Identität gibt, dann ist es Fred Ohenhen: "Uns ist es wichtig, dass sich das Afrikabild in Europa nicht auf Konflikte, Korruption oder Katastrophen beschränkt," sagt er. Offenbar ging er das bisher so erfolgreich an, dass ihn die Einladung aus Deutschland ereilte.
Wiewohl eben von dort häufig von rassistischen Ausbrüchen zu berichten ist, staunte Ohenhen über die Integration in den Klassen: "Da siehst du die unterschiedlichsten Hautfarben und fragst, wie viele Länder hier versammelt sind," erzählt er, "und dann bekommst du die Antwort: Das sind alles Deutsche".
Den erwähnten Farbkatalog bietet auch die Familie Ohenhen: Gemahlin Ingrid stammt aus Mariahof, die bildhübschen Töchter Idia und Alice-Marie sind eine zauberhafte Melange aus beiden. Und alle sind sie Grazer.
Features
Zur Person
Fred Ohenhen, geboren am 14. August 1966 in Benin City.
Studien: Englisch, Exportwissenschaften.
Seit 1989 in Graz, österreichischer Staatsbürger.
Erster Vorsitzender des Grazer Migrantenbeirates.
IKU-Projektleiter bei Isop.









