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Zuletzt aktualisiert: 14.01.2009 um 01:52 UhrKommentare

Christoph Sumann über Wunderwaffen, Hexenkessel und Milchverbot

Der Frojacher Christoph Sumann hat bei seinem vierten Weltcup-Einzelsieg im 15 Kilometer-Massenstart-Bewerb und seinem Anteil am österreichischen Staffelsieg Oberhof, die deutsche Hauptstadt des Biathlons, im wahrsten Sinne des Wortes gestürmt.

So sehen Sieger aus: Christoph Sumann strotzt derzeit vor Selbstvertrauen

Foto © GEPASo sehen Sieger aus: Christoph Sumann strotzt derzeit vor Selbstvertrauen

Der 32-jährige Christoph Sumann freut sich auf den nächsten deutschen Hexenkessel in Ruhpolding, wo am Donnerstag das nächste Weltcupwochenende mit dem Staffelbewerb startet.

Seit dem letzten Siegeszug sind einige Tage vergangen, haben Sie den Erfolg schon realisiert?
CHRISTOPH SUMANN: Langsam aber sicher, aber die Ganslhaut ist nach wie vor da. Es kommen noch immer Gratulationen von Verwandten, Freunden, Bekannten und auch von Unbekannten.

Hat die Erfolgswelle am Tagesablauf etwas verändert?
SUMANN: Nein, es soll sich und wird sich auch nichts ändern. Es ist erst ein Viertel der Saison vorbei. Es heißt konzentriert bleiben und hart weiterarbeiten. Nach einem Tag Pause habe ich gestern wieder mit dem Training begonnen um im Rhythmus zu bleiben.

Ihr Ausspruch "die Ösis haben die Hochburg Oberhof gestürmt" hat Wellen geschlagen. Ist dieser Erfolg auf deutschem Boden wirklich so prestigeträchtig?
SUMANN: Sicher! Jeder der miterlebt hat, was in Oberhof abgeht, weiß, welche Bedeutung Siege dort haben. Vor so einer Kulisse ist es nicht leicht, zu bestehen. Bisher ist es uns dort noch nie gelungen, so erfolgreich zu sein.

Wie legt man einen Massenstart-Bewerb eigentlich an?
SUMANN: Die erste Runde läuft man praktisch außer Konkurrenz. Nach dem ersten Schießen startet das Rennen neu. Dieser Bewerb ist auf mich zugeschnitten. Es motiviert mich, mit Gruppen mitzulaufen, und auf mein Können auf dem Schießplatz kann ich mich voll verlassen.

Heuer stehen fünf Top-Ten-Ränge in Einzelrennen und mit der Staffel zwei Siege und ein zweiter Platz in der Erfolgsbilanz. Wie kam es zu dieser Leistungssteigerung gegenüber den letzten Jahren?
SUMANN: Es gibt kein Geheimnis und keine Wunder. Das ist der Lohn für harte Arbeit, Konzentration, Motivation und Teamgeist. Ein Schlüssel zum Erfolg war meine Ernährungsumstellung im Sommer und Veränderungen im Trainingsaufbau. Ein wichtiger Faktor ist auch das Selbstvertrauen, das durch die Erfolge seit Saisonbeginn da ist.

Stichwort Ernährungsumstellung...
SUMANN: Seit Sommer verzichte ich auf Kuhmilchprodukte. Keine Milch, kein Käse, keine Süßspeise und keine Schokolade. Als Ersatz gibt es Soja und Margarine. Ab und zu gönne ich mir eine Schafsmilchschokolade. Durch die Umstellung hab' ich zehn Kilo verloren, aber keine Substanz.

Auffallend ist auch die Treffsicherheit. Gibt es eine Wunderwaffe, oder war das Schusstraining im Sommer so erfolgreich?
SUMANN: Wahrscheinlich beides. Ich war mit meiner Waffe nicht mehr zufrieden, und mein Trainer hatte die alte Waffe von Anna Sprung noch im Keller gelagert. Ich hab's damit probiert und es war Liebe auf den ersten Blick. Mein Nachbar ist Tischler, der hat die Waffe verfeinert, modifiziert, getunt. Außerdem haben wir beim Schusstraining mehr auf Qualität als auf Quantität gesetzt und die Technik verändert.

Ist zu befürchten, dass die Form in Richtung WM nachlassen könnte und Ihnen der Atem vor dem Saisonhöhepunkt ausgeht?
SUMANN: Nein. Die jetzige Form war ja gar nicht zu erwarten. Wir haben während der Feiertage fast nur Grundlagenausdauer und Kraft trainiert, daher bin ich selbst überrascht dass es jetzt bereits so gut läuft. Und für die WM in Korea gibt es auch noch eine spezielle Trainingswoche.

INTERVIEW: ALFRED TAUCHER

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