Das Hochwasser kam nachts um drei
Mit mehreren Tausend Sandsäcken versuchten 140 Feuerwehrmänner in Niederwölz, die Häuser vor dem Hochwasser zu retten - teils vergeblich. Katastrophenalarm gab es auch in Pusterwald, wo Urlauber eingeschlossen waren. In Kobenz stürzten Hunderte Bäume um, auf Häuser und Straßen.

Foto © OBI Thomas Zeiler / BFVKF In Pusterwald musste sogar Katastrophenalarm ausgerufen werden
Wie schon bei den Unwettern zuvor blieb auch diesmal das Murtal nicht von den Naturgewalten verschont. Schon am späten Freitagabend gab es für die Feuerwehren im Großraum Knittelfeld Großeinsatz: "Fast im Minutentakt heulten die Sirenen", so Thomas Zeiler vom Bereichsfeuerwehr-Verband Knittelfeld. In Kobenz, Feistritz, Sachendorf, Spielberg, Knittelfeld, Rachau, Pregau und St. Lorenzen bei Knittelfeld wurden Keller überflutet, Straßen vermurt, kam es bei Brücken zu gefährlichen Verklausungen. Gleich 200 umgerissene Bäume verlegten die Verbindungsstraße nach Seckau, weitere stürzten auf ein Mehrparteien- und ein Einfamilienhaus. Ein Teil der 140 eingesetzten Feuerwehrmänner musste sogar einen Waldbrand löschen, der durch eine abgerissene Stromleitung ausgelöst worden war.
Um drei Uhr früh brach das Hochwasser dann über Niederwölz herein. Obwohl die Feuerwehrmänner schon seit Stunden mit Tausenden Sandsäcken und zahlreichen Pumpen eine Überflutung durch den Wölzer Bach zu verhindern versucht hatten, wurden zahlreiche Bewohner in ihren Wohnungen und Häusern vom Wasser eingeschlossen.
Katastrophenalarm gab es dann am Samstagnachmittag in Pusterwald. Dort waren im Fuchsgraben sechs an die 200 Meter breite Muren abgegangen, hatten die Straße völlig zerstört. "Wir mussten mit Baggern eine Ersatzstraße errichten", so Feuerwehrkommandant Simon Poier. Denn auf zwei Hütten, zu denen die zerstörte Straße führt, waren Urlauber und Jagdgäste buchstäblich gefangen.
Bis in die Abendstunden stand auch die Feuerwehr von St. Margarethen bei Knittelfeld im Einsatz. "Mit Auspumparbeiten, Kontrollen der Schwimmbrücke und vor allem nach einer Hangrutschung", berichtet Kommandant Harald Pöchtrager. Vier Familien mussten in Sicherheit gebracht werden, auch zwei Hochspannungsleitungen waren bedroht. Am Abend gab es dann zum Glück Entwarnung - und kurzzeitig sogar blauen Himmel. DANIELE MARCHER


















