Lachtal-Chef lässt illegal Lift abtragen
Geschäftsführer ließ Lift ohne Bewilligung abtragen, um ihn in die Ukraine zu verkaufen. Für den Abbruch des Liftes wäre aber eine Bewilligung der BH notwendig gewesen. Nun wird ein Strafverfahren eingeleitet.

Foto © PrivatAbreißen oder nicht? Der Tanzstattlift entzweit die Gemüter im Lachtal
LACHTAL. Zwar herrschte am Dienstag im Murtal vor den Unwettern brütende Hitze, im Skigebiet Lachtal war die Stimmung trotzdem am Gefrierpunkt. Grund ist eine Aktion des Noch-Geschäftsführers Wolfgang Rappold - er scheidet mit 31. Juli aus. Er ließ am Dienstag den Tanzstattlift, einen Schlepper, abtragen. "Der Lift wurde nicht mehr genutzt. Ich habe lange einen Käufer gesucht. Nun hat eine deutsche Gesellschaft zugeschlagen", so Rappold. Auch eine Anzahlung wäre bereits getätigt worden. Der Lift soll in der Ukraine Verwendung finden.
Ganz anders sehen einige Gesellschafter der Lachtal-Lifte und Seilbahnen GmbH & Co KG die Angelegenheit - das Skigebiet gehört zu 80 Prozent dem Land Steiermark und Gesellschaftern. "Der Lift sollte nie abgerissen werden. Für die Demontage gab es von der Bezirkshauptmannschaft keine Genehmigung", meint Lachtals Bürgermeister Hannes Schmidhofer. "Sicher habe ich angesucht. Es war schon lange geplant", dementiert Rappold. Für Schmidhofer ist das Ganze eine Farce: "Erst im Jahr 2011 wurde von allen Lachtal-Gesellschaftern beschlossen, dass der Tanzstattlift nicht verkauft werden darf, weil er bei Schlechtwetter eine wichtige Alternative zur Sechser-Sesselbahn ist."
Für den Abbruch des Liftes hätte Rappold bei der Bezirkshauptmannschaft Murau eine Bewilligung einholen müssen. Was er zwar getan hat, aber: "Zu spät. Eine Anfrage wurde erst am Dienstag nachträglich per Mail eingereicht. Das hätte jedoch im Vorfeld passieren müssen. Es wird nun ein Strafverfahren eingeleitet", so Bezirkshauptmann Wolfgang Thierrichter.














