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Zuletzt aktualisiert: 12.04.2012 um 21:16 UhrKommentare

"Alternativen schaffen"

"Wenn es in Richtung Autobahn oder Schnellstraße geht, stehen wir ,habt acht'", reagieren Bürgerinitiativen auf jüngste S 36-Vollausbau-Forderung.

Gerhard Fötschl (r.) und Hermann Stocker: "Ausbau ja, aber nicht vierspurig"

Foto © M. FRÖHLICH Gerhard Fötschl (r.) und Hermann Stocker: "Ausbau ja, aber nicht vierspurig"

Verkehrsministerin Doris Bures verkündete im Jahr 2010 das Aus für den vierspurigen Ausbau der S 36 von Judenburg nach Scheifling. Das ist bekannt. Seither ist es nach außen hin ruhig um die Bürgerinitiativen geworden, die dem Vollausbau der Murtal-Schnellstraße stets den Kampf ansagten.

Nachdem diese Woche wie berichtet Vertreter der Wirtschaftskammer und Industrie sowie Bürgermeister und andere lautstark den Ausbau forderten, lassen auch wieder die Bürgerinitiativen aufhorchen: "Wenn es in Richtung Autobahn oder Schnellstraße geht, stehen wir ,habt acht'", so der Unzmarkter Gerhard Fötschl und Hermann Stocker aus St. Peter ob Judenburg. Eines vorweg: Gegen einen Ausbau der Straße sei man nie gewesen, jedoch auf sanfte Art und Weise. Fötschl selbst hat eine Alternativvariante mit Unterflur-trassen, Neutrassierungen und Co. beim Land hinterlegt, würde zudem gern mehr Gelder für die Sanierung der Landesstraßen sehen.

Über die getätigten Aussagen der Vollausbau-Befürworter zeigen sich die beiden verwundert. Etwa von Bürgermeister Wolfgang Rosenkranz, der meinte, die professionellste Variante habe es im Jahr 2000 gegeben. "Das ist interessant, denn erst im Jahr 2003 wurde der Vollausbau zum ersten Mal vorgestellt", sagt Hermann Stocker. Gezweifelt wird außerdem an der Wirtschaftlichkeit des Projektes - und überhaupt stehe die Frage im Raum: Wie sinnvoll sind derartige Vorhaben, wenn sich kaum noch jemand das Autofahren aufgrund der horrenden Spritpreise leisten kann? Man müsse Alternativen schaffen, den öffentlichen Verkehr verbessern. Aussagen, dass die gesamte Region den Vollausbau haben will, halten die Bürgerinitiativen 20.000 gesammelte Unterschriften entgegen.

Außerdem vertritt man nach wie vor die Meinung, dass die Bürger in das Projekt Straße unbedingt eingebunden gehören.

MICHAELA FRÖHLICH

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