Schneefall kurz vor Sommerbeginn
Am 21. Juni wird mit zahlreichen Sonnwendfeuern der Sommer begrüßt. In der Steiermark gibt es auf dem auf etwa 1.700 Meter hoch gelegenen Sölkpass zum Sommerbeginn noch einige Flocken Schnee.

Foto © HaselmannVon dem nahenden Sommer ist am Sölkpass noch nicht viel zu merken
Treibhauseffekt hin oder her - heiß und sonnig soll er werden, der an diesem Dienstag beginnende Sommer, auch wenn es in höheren Lagen sogar um diese Zeit noch ein paar Schneeflocken gibt. In Österreich wird der längste Tag des Jahres traditionell mit zahlreichen Sonnwendfeuern gefeiert.
Um 19.16 Uhr MESZ erreicht die Sonne bei ihrem scheinbaren jährlichen Lauf an der Himmelskugel ihren höchsten Punkt. Der Tag beginnt ein wenig früher als jener zuvor und endet ein wenig später. Es scheint, als ob die Sonne stillsteht. Drei oder vier Tage um den 21. Juni geht ihre Scheibe an fast den selben Stellen des Horizonts auf und unter - wie ein Pendel, das am Endpunkt seiner Schwingung zum Stillstand kommt.
Heißes Wetter erst Wochen nach dem längsten Tag
Vom Sonnenstand her gesehen stellt der 21. Juni eigentlich die Mitte des Sommers dar. Doch die Sonnenwende signalisiert in vielen Kulturen erst den Sommerbeginn, da in den nördlichen Breiten das wirklich heiße Wetter meist erst einige Wochen danach einsetzt. Diese Verzögerung hat ihre Ursache in der Isolierwirkung der Erdoberfläche, die auch dann noch die Kälte des Winters festhält, wenn die Sonnenwärme schon zugenommen hat.
Feuer ist eines der wichtigsten Mittel des Brauchtums überhaupt. Feuer und Rauch haben laut Volkskundlern eine schützende und reinigende Bedeutung, die Flamme gilt als "Lebenslicht". Klassische Deutungen sprechen von Solar-, Not- und Reinigungsfeuern. In der Zeit vor und vor allem im Dritten Reich wurde mit dem Sonnwendfeuer viel Missbrauch getrieben - es wurde höchstes Kultfest des altgermanischen Sonnenmythos. Dass Sonnenkulte Grundpfeiler fast jeder alten Religion waren, wurde dabei völlig verdrängt.
















