Handys bei Kinder: Ein Risiko, das keiner Ernst nimmt
Frankreich will aus Gesundheitsgründen Handys an Schulen verbieten. Die heimische Ärztekammer zieht hier nach. Die Kleine Zeitung befragte Steirer zum Risiko Handy für Kinder.

Foto © APASind Handys bei Kinder ein Gesundheitsrisiko
Das Problem ist, dass nicht erwiesen ist, dass es durch Handys eine Schädigung gibt. Es gibt Gutachten Für und Wider", bringt Johann Sagl in einer Kleinen Zeitung-Umfrage nicht nur sein Dilemma auf den Punkt. Der Streit um ein mögliche Gefährdung durch Handy-Strahlung vor allem bei Kindern ist nicht nur in Frankreich ein Aufreger, wo ein Handyverbot an Schulen aus Gesundheitsgründen umgesetzt werden soll.
Ein solches Verbot hat nun auch die österreichische Ärztekammer erneut gefordert. Denn laut einer schwedischen Studie würden Personen unter 20, die mit ihrem Handy telefonieren, ein fünfmal höheres Risiko haben, an Gehirntumor zu erkranken, weiß der kritische Umweltmediziner Gerd Oberfeld.
Das Forum Mobiltelefon, das die Mobilfunkbranche vertritt, will hingegen von keiner internationalen Untersuchung wissen, die "einen Nachweis für eine mögliche Gesundheitsgefährdung" gebracht hätte. Hört man sich bei steirischen Eltern wie Johann Sagl um, was sie von einem möglichen Handyverbot an Schulen halten, wollen sie ein solches Verbot in erster Linie wegen der Benützung des Handys während des Unterrichts: Damit die Kinder dem Unterricht folgen, und nicht so sehr, weil eine Gesundheitsgefährdung bestehe. "Die Menschheit kann nicht mehr unabhängig von dieser Technik leben", meint Sagl.
Kritischer sieht das Josef Lackner, selbst Vater eines Fünfjährigen: "Das Risiko der Strahlenbelastung für Kinder ist sicher größer als der Vorteil, dauernd erreichbar zu sein."
Auch Gabriele Setznagel, Lehrerin in St. Peter am Kammersberg und Mutter von zwei kleinen Kindern, weiß aus eigener Berufserfahrung, dass Handy bei ihren Schülern zum Alltag gehört. "Es ist an unserer Schule erlaubt, muss aber während des Unterrichts ausgeschaltet sein. Das ist streng geregelt", so Setznagel. Werde ein Schüler etwa beim SMS-Verschicken erwischt, wird ihm eine Woche das Handy abgenommen.
Für ein absolutes Handyverbot an Schulen plädiert Ilona Michitsch: "Da wird ohnehin nur gespielt und runter geladen." Und: Solange die Risiken nicht durch Langzeitstudien ausgeräumt seien, solle man Kinder von Handys fern halten.



















