Zug um Zug ins Abseits
Nur noch drei statt sieben Direktzüge soll es auf der Strecke Graz-Salzburg ab 2012 geben. Und auch sonst wird mit Streichungen gerechnet.

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Mitte Juli wollte die neue ÖBB-Personenverkehrsvorständin Birgit Wagner gemeinsam mit Regionalmanager Franz Suppan den neuen ÖBB-Fahrplan 2012 präsentieren. Man wollte laut Aussendung "keine Gerüchte und keine Befürchtungen", sondern bloß Fakten sprechen lassen. Doch es kam anders, die Pressekonferenz wurde kurzfristig abgesagt - aus Termingründen, wie es heißt. Doch genau das schürt, was man eigentlich vermeiden wollte: Gerüchte und Befürchtungen.
Jetzt will man die "Fakten" Anfang August auf den Tisch legen. "Da wird, so höre ich, heftig verhandelt, und das wohl bis zuletzt", sagt Eisenbahngewerkschafter Fritz Ploner. Aus der "Fahrplangruppe" dringe nach außen, dass von den sieben Direktzügen Graz-Salzburg bloß noch drei bis vier übrig bleiben sollen: in der Früh, mittags und abends sowie der "Euronight" mit Autozug nach Feldkirch.
Schon bisher galt Graz-Salzburg aufgrund der geringen Auslastung als stark angezählt. Durchschnittlich 40 Direktfahrer seien einfach zu wenig, aber auch sonst sei das Interesse an (Auto-) Reisen nach Salzburg "erschreckend gering", so ein Insider.
Verhandlungen mit den Ländern Salzburg und Steiermark über die Aufrechterhaltung der Verbindungen gibt's erst gar nicht mehr. Anders als noch bei der Strecke Graz-Linz, wo die Steiermark und Oberösterreich jahrelang etwa 1,6 Millionen Euro dazuzahlten. "Angesichts der Budgetlage sind Zuzahlungen zu ÖBB-Strecken wie Graz-Salzburg ohnehin nicht möglich", lässt Verkehrslandesrat Gerhard Kurzmann ausrichten.
Derzeit werden Auswirkungen dieses Einschnitts auf den regionalen Verkehr noch eingearbeitet, daher auch die Verschiebung der Fahrplanpräsentation.
Eine weitere "Baustelle" ist die Strecke Graz-Marburg und weiter nach Laibach bzw. Zagreb. Von internationalen IC-Zügen sollen lediglich drei bleiben. Das habe auch damit zu tun, dass ab Herbst auf der Strecke Wien-Graz der neue Railjet zum Einsatz kommen soll, an dem noch "technische Umbauarbeiten" stattfinden, damit ein Begegnungsverkehr am Semmering möglich und der Takt haltbar ist. Definitiv wird mit 1. August die Strecke Friedberg-Oberwart eingestellt. Dafür sollen zwei schnellere Direktverbindungen die Strecke Hartberg-Wien aufwerten.








