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Zuletzt aktualisiert: 11.02.2012 um 20:16 UhrKommentare

Gemeinden wollen lieber allein bleiben

Es gibt in der Region offenbar überhaupt keine Gemeinden, die von sich aus eine Zusammenlegung anstreben. An das Land meldeten die meisten, dass sie näherrücken wollen.

Als die obersteirischen Bürgermeister Ende September des Vorjahres in Leoben über die Gemeindereform informiert wurden, blieb vieles unklar. Sowohl Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) als auch sein ÖVP-Partner Hermann Schützenhöfer ließen offen, was sie konkret von den Gemeinden erwarten.

Diese Unverbindlichkeit sieht man zumindest als Chance, auch ohne Fusion Einsparungen zu erreichen - noch dazu, wo auch die Höhe der Einsparungen in keiner Weise definiert worden ist.

Ende Jänner lief die Frist ab, in der die Gemeinden ihre Vorschläge für die Gemeindestrukturreform beim Land deponieren konnten. Eines vorweg: Wenn die Vorschläge, die aus der Region abgeliefert wurden, auch so berücksichtigt werden, wird es keine Fusion von Gemeinden geben.

Es gibt aber auch andere Stimmen. Mürzzuschlags Bürgermeister Karl Rudischer etwa ist ein Verfechter einer großen Lösung. Er könnte sich vorstellen, das Neuberger Tal sowie das Gebiet von Spital bis Krieglach oder Langenwang unter einen Hut zu bringen. Aber mit dieser Vision steht er ziemlich allein da: "Wir haben mit allen Gespräche geführt, aber die Nachbarn sind für Abwarten, allenfalls für eine Verwaltungsgemeinschaft."

Dass die kleineren Gemeinden eigenständig bleiben wollen, wird unterschiedlich argumentiert. "Wir stehen gut da, haben 5200 Einwohner, eine gute Infrastruktur und wollen selbstständig bleiben", sagt etwa die Krieglacher Bürgermeisterin Regina Schrittwieser. Sie könnte sich eine engere Zusammenarbeit mit den Nachbarn gut vorstellen, vom Tourismus bis zu den Musikschulen. Aber keine Fusion.

Gemeinsam sparen

Das sieht auch Bürgermeister Rudolf Hofbauer aus Langenwang so: "Wir sind gut mit allen im Gespräch, da ergeben sich sicher Möglichkeiten für gemeinsame Einsparungen."

Auch Karlheinz Mayer, Bürgermeister von Mürzsteg, lehnt die große Lösung ab: "Wir haben vor allem mit den Nachbarn Neuberg, Kapellen und Altenberg geredet. Engere Kooperationen mit den Nachbarn sind sicher möglich, aber eine Zusammenlegung? "Eher nein, allein durch die Größe des Gebietes wäre das schwierig: Mürzsteg hat 109 Quadratkilometer, die vier Gemeinden zusammen liegen nahe an 300 Quadratkilometern."

Auf eine Fusion ist man auch im Mariazeller Land nicht scharf, wie Manfred Seebacher, der Bürgermeister von St. Sebastian, sagt: "Alle vier Gemeinden sind sehr finanzschwach, wollen aber trotzdem eigenständig bleiben. Eine gemeinsame Verwaltung wäre aber möglich." Eine Verwaltungsgemeinschaft strebt laut Bürgermeister Bernd Rosenberger auch Bruck mit den drei Umlandgemeinden Oberaich, Pernegg und Breitenau an.

Viele Argumente

Auch die sechs Gemeinden im Raum Aflenz hegen keine Fusionswünsche, wie der Thörler Bürgermeister Günther Wagner sagt: "Wir haben uns mehrmals getroffen, aber am Ende haben wir nichts Gemeinsames nach Graz gemeldet. Ich selber bin aber für alles offen."

Und auch im Umland von Kapfenberg fehlt der gemeinsame Wille zu einer Gemeindefusion. So argumentiert etwa St. Lorenzen mit seinen 3500 Einwohnern, einem guten, ausgeglichenen Budget und dem niedrigen Verschuldungsgrad - und mit dem Willen der Bevölkerung, die eine Zusammenlegung ablehnt.

Eigenständig bleiben will auch Frauenberg, mit 167 Einwohnern die kleinste Gemeinde der Region. Wenn's verordnet wird, tendiert Bürgermeister Franz Meisenbichler weder nach Bruck noch nach Kapfenberg, sondern "eher zu St. Marein und anderen Gemeinden im Mürztal".

Bruck-Kapfenberg

Es gibt Gerüchte, dass Bruck und Kapfenberg intensive Gespräche über eine große Lösung führen. Gemeinsam mit den Umlandgemeinden wäre eine Großgemeinde mit rund 50.000 Einwohnern möglich. Kapfenbergs Bürgermeisterin Brigitte Schwarz will dazu allerdings nichts sagen: "Es ist nicht mein Stil, den Kollegen etwas über die Medien auszurichten. Zum jetzigen Zeitpunkt kann jede öffentliche Aussage nur kontraproduktiv sein." Und was hat Kapfenberg an Vorschlägen nach Graz gemeldet? Schwarz: "Dazu nur so viel: Wir sind für alles offen."

FRANZ POTOTSCHNIG

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FRANZ POTOTSCHNIGUnd die Namen? von FRANZ POTOTSCHNIG

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