Kurse sind in Aflenz am Ziel
Die "Chinesenkurse" von Ernst Smole haben in Aflenz eine neue Heimat gefunden. In der Propstei werden Ende Juli 80 Jugendliche üben und dabei auch die Region ein wenig beleben.
Ernst Smole kann seine Herbergssuche beenden. Der ehemalige Leiter der Musikschule Mürzzuschlag, der mittlerweile in Wien kulturell aktiv ist, hat vor sieben Jahren begonnen, Kinder und Jugendliche aus China nach Mürzzuschlag zu holen. Was als Ferienaktion begann, wuchs zuletzt auf bis zu 16 Kurse, über das ganze Jahr verteilt.
Damit war die Mürzzuschlager Brahms-Musikschule längst an den Grenzen der Kapazität angelangt. Smole bemühte sich um andere Lokalitäten: "Es gab viele gute Gespräche, aber es kam nichts heraus", sagt er rückblickend. Der Versuch, nach Neuberg abzuwandern, wurde von den Chinesen abgelehnt.
Aber dann wurde Smole auf Marcus Paar aufmerksam. Dieser hatte vor drei Jahren die Propstei Aflenz generalsaniert und neben den selbst kreierten "Kulturspitzen" auch die ehemals Krieglacher "Woche der Alten Musik" nach Aflenz geholt. "Nicht nur ich, auch unser chinesischer Partner Ignatius Ho war restlos begeistert - die gute Luft, die schönen, hellen Räume, die freundlichen Menschen", erzählt Smole.
Marcus Paar betont, dass er bereits Erfahrungen mit dieser Art von Seminaren hat: "Vor zwei Jahren waren 120 Studenten aus aller Welt in Aflenz, und sie wurden von der Bevölkerung mit offenen Armen aufgenommen." Das erwartet er sich auch von den Musikkursen, und was die Gemeinde betrifft: "Es gibt keine finanzielle Unterstützung, aber viele helfende Hände."
Jugendliche zum Auftakt
Die ersten 80 chinesischen Musikschüler - Jugendliche von zwölf bis 20 Jahren - kommen am 30. Juli an und bleiben bis 5. August. Zum Abschluss wird's ein Konzert in Aflenz und eines im Wiener Musikvereinssaal geben.
Für Aflenz könnten die "Chinesenkurse" in Zukunft eine spürbare Belebung des Tourismus werden, wie Paar bereits penibel errechnet hat: "Inklusive Begleitpersonen kommen wir bei diesem Kurs auf 600 Nächtigungen, samt Verpflegung und anderen Ausgaben rechnen wir mit 42.000 Euro Wertschöpfung."
Hauptpartner ist das Hotel Post-Karlon, aber auch andere Häuser sollten künftig etwas davon haben, etwa der Hubertushof, der für diese Zwecke seine Zimmer wieder öffnet. Und die Begleitpersonen werden auch Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung machen. Sowohl Smole als auch Paar hoffen, dass der heurige Kurs der Auftakt für eine Erfolgsgeschichte ist.








